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Einmal quer durch Irland

Tag 8:

Irgendwie fühlte es sich an wie immer – wir holten meine Schwiegereltern vom Flughafen ab und fuhren nach Hause. Da gab es nur die erste Abweichung von der Normalität, denn statt bei uns abzubiegen, parkten wir an dem kleinen B&B nebenan. Am nächsten Morgen ging es dann aber direkt weiter “wie immer”. Bei strahlendem Sonnenschein schnappten sich Oma & Opa die Kinder und machten sich auf den Weg zum Park, Ben warf sich in seine Laufsachen und lief seine erprobte Strecke an der Küste von Malahide nach Portmarnock und zurück und ich packte die letzten Sachen zusammen. Als mein Mann ausgepowert und glücklich am B&B ankam, verabschiedeten wir uns von unseren lieben Gastgebern und folgten meinen Schwiegereltern und den Kindern in den Park. Dort waren wir – wie üblich – zum Frühstück in unser aller Lieblingscafé verabredet.

Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten und die Kinder ebenso ausgiebig gespielt hatten, begann unsere Tour in den Westen von Irland – und mit ihr eine Woche mit “typisch irischem Wetter”! Wie oft habe ich in den letzten Jahren gehört “Aber in Irland regnet es doch immer.” und wie oft habe ich dann erzählt, das wir in unserer Zeit in Irland deutlich weniger Regen und vor allem jeden Tag blauen Himmel hatten. Aber wir haben halt auch an der Ostküste gelebt – im Westen sieht das wirklich ganz anders aus. Und so verschlechterte sich auch an diesem Tag das Wetter mit jedem Meter, den wir von Dublin aus ins Landesinnere Richtung Westküste fuhren. Unseren ersten Zwischenstopp wollten wir daher vom Wetter abhängig machen – bei Regen stand eine Whiskey-Destillerie, bei Sonne der Besuch der Klosterruine Clonmacnoise an. Und gewonnen hat:

20160325 - Clonmacnoise

Danach ging es weiter nach Galway – bei zunehmend starkem Regen und Wind. Als wir am frühen Nachmittag an unserem Hotel in Galway ankamen stand fest, dass wir es heute nicht mehr verlassen würden.

Hier muss ich einen kleinen Einschub machen – einen kleinen christlichen/irischen/kirchlichen Einschub um genau zu sein. Es ist nämlich so, dass es einen – für Iren wirklich dramatischen – Tag im Jahr gibt: Karfreitag. An diesem Tag gibt es keinen Alkohol – in keinem Laden zu kaufen und auch in keiner Bar und in keinem Restaurant. Einzig Hotels haben eine Ausnahmegenehmigung für Gäste – diese dürfen im Restaurant zum Essen Alkohol konsumieren. Allerdings auch nur zu bestimmten Zeiten. Man kann nun sagen: Na und? Dann trinkt man halt an diesem Tag – wie normalerweise auch an so vielen anderen im Jahr – halt nix. Aber es ist wie bei so vielem so, dass man ja genau das haben möchte, was man nicht bekommen kann. Verstärkt wurde dieses Gefühl schon im Vorfeld durch eine Mail des von uns gebuchten Hotels, in der genau erklärt war, wer und wann und wo man am Karfreitag Alkohol konsumieren darf. Und so hatten wir bereits einige Tage zuvor zwei Flaschen Wein im Supermarkt erstanden – doof nur, dass wir an diesem Tag alle nicht wirklichen “Wein-Durst” hatten, sondern eher “Bulmers- und Bier-Durst”.

Und so saßen wir an diesem Nachmittag in dem großen Wintergarten des Hotels vor der geschlossenen Bar, tranken Kaffee, aßen Eis und planten, wann wir endlich zum Abendessen gehen könnten, um ein Bierchen trinken zu dürfen. Die Kinder gingen mit Opa und Papa dann erstmal schwimmen und meine Schwiegermutter und ich hielten Ausschau nach dem besten Tisch.

Galway - Clybaun

Und endlich war es soweit. Das Restaurant öffnete und wir durften ein wirklich ausgesprochen leckeres und sehr entspanntes Abendessen genießen mit sehr aufmerksamem und freundlichem Personal. Und zum krönenden Abschluss verkaufte uns der Kellner tatsächlich noch ein paar kleine Flaschen Heineken und Bulmers für den Verzehr auf dem Hotelzimmer – so streng sind sie dann doch nicht.

gefahrene Kilometer/Tag: 240

gefahrene Kilometer/gesamt: 2.600

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