Archiv der Kategorie: Nordirland

Kein Eisberg in Sicht

Allabendlich fragen wir unsere Kinder “Was war das Schönste an diesem Tag und was fandest du nicht so schön?” Heute war die Antwort “Alles war schön, aber nicht so schön war, dass wir kein Eis gegessen haben.”.

Dabei war Eis sozusagen das Leitmotiv des Tages. Gemeinsam mit unseren Besuchern ging es nämlich Richtung Nordirland – unser Ziel hieß Belfast, genauer gesagt das Titanic Museum.

Nachdem wir bis zur inner-irischen Grenze die Autobahn nutzten, fuhren wir den zweiten Teil der Strecke an der wunderschönen Küstenstraße entlang. Den Grenzübergang bekommt man übrigens gar nicht mit, denn eine wirkliche Grenze existiert nicht. Vielmehr ändern sich nur die Straßenschilder – aus Kilometer werden Meilen und das Benzin scheint auf einmal sehr günstig, denn aus dem Euro wird das Britische Pfund.

In dem kleinen Küsten-Ort Newcastle in Nordirland meldete der kleinste Reiseteilnehmer Hunger an und auch alle anderen begrüßten die Pause. Und so fanden wir ein wunderschönes Café mit einem grandiosen Ausblick, einer liebe- und geschmackvollen Einrichtung, sehr freundlichem Personal, leckerem Kaffee, Tee mit Scones und hausgemachter Quiche und einer außergewöhnlichen Toilette. Für mich hätte auch hier der Ausflug enden können und ich überlegte kurz, mich einfach abends wieder dort einsammeln zu lassen. Aber letztendlich siegte meine Neugier auf Belfast über meine Bequemlichkeit und das leckere Essen.

Stop in Newcastle

Das Titanic Museum in Belfast ist schnell gefunden, liegt es doch direkt im Titanic Viertel auf dem ehemaligen Harland & Wolff Werft-Gelände. Das Titanic Belfast Museum wurde am 31. März 2012 eröffnet. Wir hatten bisher nur Positives über das Museum gehört und dennoch hatte ich keinerlei Vorstellung und damit auch keine Erwartungen. Schon bei der Anfahrt auf das Werftgelände imponieren die beiden Kräne Samson und Goliath. Doch das moderne Museumsgebäude mit dem Schriftzug “TITANIC” ist wirklich beeindruckend.

Titanic Belfast

Die Ausstellung auf 4 Ebenen ist sowohl für große Besucher wie auch für ganz kleine interessant, denn sie ist gut aufgebaut und mit vielen multimedialen und interaktiven Highlights gespickt. So gehen zwei Stunden sehr schnell um, in denen mal viel über die Lebensumstände der Menschen in Belfast zu Beginn des 20. Jahrhunderts, den Bau , die Jungfernfahrt und den Untergang der Titanic sowie die aktuelle Unterwasser-Forschung erfährt. Dabei kann man unter anderem durch die Fenster einer Leinenfabrik schauen, die Baupläne der Titanic entdecken, einen Rundgang durch die prunkvolle Titanic machen und einen Tauchgang zum Wrack unternehmen. Neben vielen beeindruckenden Momente ist die Galerie, die den Untergang darstellt sehr eindrücklich und beklemmend.

Titanic Belfast inside

Nachdem wir virtuell auf 3.000 m Tiefe hinabgetaucht sind, haben wir die warme Sonne und die weite Fläche hinter dem Museum noch intensiver genossen.

Titanic Belfast outside

Den Tag haben wir mit einem kurzen Spaziergang durch die Belfaster Innenstadt abgeschlossen – und dabei festgestellt, dass es dort noch sehr viel zu besichtigen und zu entdecken gibt!

Belfast

Und morgen gehen wir Eis essen!

Advertisements

Meilen, Meilen, Meilen – Teil 4 unserer Reise durch Nordirland

Der Blick auf die Uhr (erst 11 Uhr) in Kombination mit akuter Unlust aller Reiseteilnehmer auf einen Stadtbummel und Bennis Hinweis, dass das Rennen im Norden heute endet, ließen uns zu der Entscheidung kommen, bis abends weiter an der nordirischen Küste entlang zu fahren. Ohne genaueren Plan – den Teil der Reise hatten wir eigentlich frühzeitig gecancelt – und auch ohne Ziel – das wollten wir von der Reisegeschwindigkeit und der Uhrzeit abhängig machen, fuhren wir von Belfast die Coast Road Richtung Norden.

Damit trafen wir eine der besten Entscheidungen überhaupt! Die Landschaft ist wirklich einmalig – ich habe teilweise gedacht, man hätte die Alpen geflutet, denn wenn man die Küstenstraße entlang fährt hat man auf der einen Seite oft großartige Berge und auf der anderen Seite türkisfarbenes Meer wie in der Karibik. Traumhaft!

Kurz hinter Glenarm machten wir dann in Carnlough Mittagspause, aßen sehr leckeren Fisch, schlenderten durch das Dorf und bewunderten die vielen Rennmaschinen, die sich ebenfalls auf der Durchreise befanden … nur in die umgekehrte Richtung.

Unser Weg führte uns weiter über den Causeway durch die Glens of Antrim unweigerlich Richtung …

Carrick-a-Rede Rope Bridge – eine schwankende Seilbrücke die eine 18m breite Schlucht überspannt. Meine erste Hoffnung war, dass wir erst ankommen, wenn die Brücke schon geschlossen hat … da wir aber schon gegen 15 Uhr das Besucherzentrum erreichten, musste ich die Ausrede begraben. Mit den Kindern wollte ich aber auf keinen Fall die Brücke überqueren, also musste eine andere Ausrede her … die mir meine Mädels zuverlässig lieferten! Sie schliefen nämlich einfach auf der Fahrt ein und so „musste“ ich natürlich den Schlaf der Kinder bewachen, während Benni sich in das Abenteuer „Seilbrücke“ begeben durfte. Nach einer Stunde kam Benni nassgeschwitzt (es war noch ein ziemlich langer Fußmarsch vom Besucherparkplatz zur Brücke) und glücklich wieder … und ich war noch glücklicher, das ich im Auto bleiben konnte und Benni wieder heil bei uns angekommen war, als ich die Fotos und Videos von ihm sah!

Da die Kinder inzwischen wieder wach und voller Tatendrang waren, fuhren wir weiter zu dem berühmten Giant’s Causeway. Die Idee hatten leider auch unzählige Touristen, die in Bussen dort angekarrt wurden. Natürlich muss man diese Stelle von Nordirland gesehen habe und die vielen, von der Natur gleichförmig geschliffenen Steine sind wirklich beeindruckend, allerdings waren wir doch ein wenig enttäuscht und hatten uns „mehr“ von dem berühmten Ausflusgziel erwartet. Bei Benni konnte das vielleicht mit seinem zu dem Zeitpunkt noch sehr hohen Adrenalinspiegel zusammenhängen und mir waren einfach zu viele Touristen dort.

Von dort ging es über Bushmills (die Whiskey-Distillery hatte leider schon geschlossen) weiter nach Portrush, einem Ferienort mit einem schönen Strand.

Glücklich, müde, voller neuer Eindrücke und mit einer Menge Fotos im Gepäck machten wir uns dann auf den Heimweg quer durch Nordirland.

Auge in Auge mit Scharfzahn – Teil 3 unserer Reise durch Nordirland

Der zweite Tag startet mal wieder mit … ESSEN 🙂 Aber jeder Mensch muss frühstücken und für den einzigen Mann in unserer Familie ist es überlebenswichtig, die regelmäßige Nahrungszufuhr für seine drei Frauen sicher zu stellen. Also führte unser erster Weg am Sonntagmorgen in den Frühstücksraum unseres Hotels. Dort waren wir – wie erwartet – die ersten Gäste und es gab – völlig unerwartet – kein Frühstücksbuffett. Auf der Karte haben wir dann aber alle etwas passendes gefunden und so konnten wir uns um 9 Uhr gut gestärkt – leider mal wieder bei ziemlich grauem Wetter – auf den Weg Richtung Belfast begeben.

Nachdem wir eine halbe Stunde Sightseeing durch die menschenleere Stadt gemacht hatten (mit dem Auto, denn beide Kindern waren wieder eingeschlafen), öffnete endlich unser nächster Programmpunkt – das Ulster Museum.

Dort hatte einige Tage zuvor die Sonderaustellung „Age of the Dinosaur“ begonnen … für unsere beiden Dinosaurier-Fans genau das Richtige. Bei Lara hatte ich einige Bedenken, da sie ja manchmal sehr ängstlich ist, sich im Zoo über die trompetenen Elefanten beschwert und Clowns und andere Verkleidungen nicht mag … aber versuchen wollten wir es trotzdem.

Die Ausstellung beginnt in einem großen hellen Raum mit einer Übersicht über die unterschiedlichen Epochen und einem kleinen Ausstellungsbereich, in dem Fossilien gezeigt werden, die in Irland gefunden wurden. Bereits da hört man aber laute Geräusche aus den angrenzenden Räumen und das war Lara nicht ganz geheuer. Im nächsten Raum war es stockdunkel und nur einige Lichtspots beleuchteten die: Dinosaurier! Die Urzeit-Giganten bewegten sich wirklich lebensecht und machten laute Geräusche. Ab da war Lara dann natürlich keinen Schritt mehr vorwärts zu bewegen. Selbst die freundlichen Museumsangestellten, die uns Taschenlampen jeder Größe anboten, konnten sie nicht überzeugen. So ging zuerst Benni einmal mit Milla durch die Ausstellung und ich blieb bei Lara und dann war ich an der Reihe. Milla fand die Dinosaurier ganz toll und war nur mit ganzem Körpereinsatz davon abzuhalten, in die Kulisse zu klettern. Da die Ausstellung aber in dem darauffolgenden Raum noch weiter ging, mussten wir Lara dann doch irgendwie durch den Jurassic forrest bringen … mit zugehaltenen Augen und Ohren und im Eilschritt auf Bennis Arm erreichte sie letztendlich den nächsten Abschnitt. Dort konnten die Kinder ein Dinosaurierskelett vom Sand befreien, auf ganz viele Knöpfe drücken und sich jede Menge Bücher über Dinosaurier anschauen.

Und damit war auch für Lara der Museumsbesuch ein voller Erfolg. Am nächsten Morgen hat sie direkt nach dem Aufwachen erzählt „Ich hab von Flugsauriern geträumt! Nicht von dem bösen T-Rex, vor dem hab ich doch Angst.“

Aber zurück zu unserem Museumsbesuch. Um 11 Uhr waren wir fertig mit der Ausstellung und obwohl das Museum wirklich sehr schön ist und uns auch die anderen Ausstellungen interessiert hätten, beschlossen wir, weiterzufahren. Die große Frage war nur – mal wieder – wohin?! Nach Hause, weiter in den Norden oder Belfast angucken???

ja, nein, vielleicht

Am Anfang – also letzte Woche Montag – hatten wir vier Tage Nordirland geplant, Benni hatte für Freitag und Montag Urlaub eingereicht und ich hatte bereits eine Liste gemacht, was wir alles besichtigen möchten. Den ersten Schock bekamen wir, als wir die Hotelpreise sahen … da fingen wir schon an zu rechnen, ob wir wirklich Freitag nach dem Kindergarten fahren sollten oder nicht. Der zweite Schock kam, als ich über einen Hinweis in unserem Reiseführer stolperte, das man überhaupt nicht daran denken sollte, ohne Buchung im Mai während des Northwest 200 eine Unterkunft zu suchen. Northwest 200 sagte mir gar nix! Vorsichtshalber suchte ich aber im Internet und was ich da fand, war – für unsere Zwecke – nicht gerade gut!

Ein Motorrad-Straßenrennen, das größte Outdoor-Sportevent Irlands, mit erwarteten 100.000 Besuchern und Sperrung der meisten Straßen um Portrush herum … unserem geplanten Ziel und Übernachtungsort. Und wann findet/fand es statt: vom 12. bis 20. Mai. Eigentlich ein Event, das wir wirklich gerne mal miterleben würden, aber dieses Jahr??? Das erklärte aber auf jeden Fall die exorbitanten Hotelpreise. Daher kamen unsere Planungen ins Schwanken. Aber nach einigen Überlegungen und Umplanungen haben wir uns dann entschieden, doch Nordirland zu erkunden, aber den Norden von Nordirland auszulassen und nur bis Belfast zu fahren …

… Fortsetzung folgt …

Sonne, Essen und Traktoren – Teil 2 unserer Reise durch Nordirland

Wenn ich mir meine Aufzeichnungen vom Wochendende anschaue, habe ich den Eindruck, dass wir am Samstag nur Pause gemacht und gegessen haben:

11 Uhr Frühstückspause in Killyleagh – 12 Uhr Mittagspause in Portaferry – 15 Uhr Kaffeepause in Bangor – 18 Uhr Abendessen in Belfast

Aber das sind nur die „harten Fakten“ … dazwischen haben wir noch einige Meilen hinter uns gelassen, waren in einem Aquarium, haben einen See umfahren, ein Stadtfest besucht und und und.

Aber ich beginne mal am Anfang … bzw. am Ende von Nebel – Teil 1 unserer Reise durch Nordirland. Denn nach dem Nebel kam – wie so oft in Irland – die Sonne.

Wir fuhren von Strangford über Downpatrick am Strangford Lough entlang und da wir bereits 5 Stunden unterwegs waren und außer Milla keiner gefrühstückt hatte, beschlossen wir, in Killyleagh zu frühstücken. Der Ort ist nicht besonders schön, aber es gibt eine kleine Bäckerei und einen Spar und das reichte, um die Laune der drei weiblichen Familienmitglieder wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Pause fiel sehr kurz aus und schon waren wir wieder im Auto und auf dem Weg um den See herum … immer noch waren kaum Menschen unterwegs, aber immerhin sahen wir jetzt vereinzelt Traktoren. Die Landschaft ist schön und soll sehr viele verschiedene Vogelarten beherbergen.

Unser nächstes Ziel war Portaferry. Dort ist Exploris – The Northern Ireland Aquarium und wir hatten den Kinder versprochen „Fische zu gucken“. Das Aquarium ist wirklich super schön und die Kinder durften an einem großen Lehrbecken Seeigel, Rochen, Muschel & Co. anfassen und angucken. Leider sind im Moment keine Seehunde in der Station, aber auch ohne sie hat sich der Besuch gelohnt. Danach hatten alle Reiseteilnehmer wieder Hunger und daher haben wir dort auch direkt zu Mittag gegessen.

Von Portaferris ging es dann an der meerzugewandten Seite der Ards Peninsula Richtung Bangor. Die Seite hat Benni und mir definitv besser gefallen als die Seeseite.

Neben vielen schönen Stränden, einer abwechslungsreichen Küste, vielen Kühen auf sehr grünen Wiesen ist an der Ostküste der Ards Peninsula auch der östlichste Punkt von Nordirland und von der gesamten irischen Insel – Burr Point.

Bei unserem Stop in Bangor gab es dann auf dem dortigen Stadtfest Poffertjes und Eis. Bangor ist relativ groß und touristisch und dort beschlossen wir dann, unsere Tour für den Tag zu beenden und unser Hotel zu suchen.

Bis dahin waren es dann aber noch ein paar Meilen, da es in der Nähe des Lough Neagh war. So haben wir noch etwas von Belfast gesehen.

Im Hotel angekommen haben wir die Kinder ersteinmal in die Badewanne gesteckt. Relativ zügig war dann Schlafenszeit und als die Mädels im Land der Träume waren, fing auch schon das Champions League Finale an, das auch netterweise im englischen Fernsehen übertragen wurde 😉

Und mein letztes Essen am Tag war dann …

… Brownie mit Vanilleeis 🙂

Nebel – Teil 1 unserer Reise durch Nordirland

Morgens um 5 Uhr klingelt der Wecker … Benni und ich blinzeln verschlafen, während Milla sofort hellwach aus dem Bett krabbelt und voller Tatendrang in die Küche läuft und dort auf ihr Frühstück wartet. Um kurz vor sechs sind wir dann alle startklar und begeben uns bei Nieselregen auf die Fahrt Richtung Norden.

Bis zur Grenzen fahren wir über die Autobahn, doch kaum haben wir „Euro“ und „Kilometer“ hinter uns gelassen, biegen wir auf die Landstraße ab.

Die Mourne Mountains wirken unwirklich – wir fahren durch die nebelverhangenen Berge und sehen weit und breit keinen Menschen … um 7 Uhr an einem Samstagsmorgen auch nicht weiter verwunderlich.

Ab Kilkeel fahren wir am Meer entlang. Die Küste dort ist schroff und passt zu dem Wetter und selbst die Landwirte schlafen noch.

Bisher haben die Kinder noch vor sich hin gedöst, doch so langsam kommt Leben in die zwei … der Leuchtturm am St. John’s Point „kommt“ daher genau zum richtigen Zeitpunkt.

In Ardglass kommen wir wieder auf die „Hauptstraße“, die uns an der Küste entlang weiter Richtung Strangford führt. Dort kann man mit der Fähre nach Portaferry auf Ards Peninsula übersetzen, doch wir haben uns vorgenommen, den Strangford Lough komplett zu umfahren.

In Strangford wären wir beinahe ins Wasser gefallen … den Zugang zur Fähre muss man ja nicht sichern, wenn gerade keine Fähre da steht …

Und dann zog der Nebel auf …