Archiv der Kategorie: Co. Cork

Teil 3/3 – Ich muss mal, ich hab Hunger, wann sind wir endlich daaaa?

Am letzten Tag ging es nach einem sehr gemütlichen Frühstück – ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse -, Kofferpacken und Schwimmen zu Fuß vom Hotel in die Stadt. Milla hat die Zeit im Kinderwagen für einen Mittagsschlaf genutzt und als wir endlich in der Stadt angekommen waren, hatte ich eigentlich schon ausreichend viele Kilometer für meinen Zustand zurück gelegt. Dementsprechend antriebslos schlenderten wir dann durch die Einkaufsstraßen bis zum English Market. Dort fühlte ich michin die Markthallen von Barcelona versetzt und hatte sofort tausend Ideen, was ich gerne jetzt auf der Stelle kochen, grillen oder einfach nur probieren möchte.

Cork - English Market

Vom English Market führte uns unsere Schlenderei ins Hugenottenviertel. Die kleinen Gassen mit ihren Boutiquen, Restaurants und Bars mag ich deutlich lieber als die großen überfüllten Ladenstraßen. Und so bummelten wir eine Gasse nach der nächsten ab, bis Milla aufwachte und mich bei dem Ruf nach etwas Essbaren unterstützte. Also gab es erstmal eine kleine Stärkung in einem noch viel kleineren, sehr gemütlichen Restaurant.

Cork

Nachdem ich einen Stoffladen gefunden hatte – in dem ich aber dank ziemlich saftiger Preise hauptsächlich Nähzubehör und Schnickschnack erstanden habe – machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel, um die Heimfahrt anzutreten. Da ich beim Anblick des zu erklimmenden Berges leichte Sorge hatte, das mein kleiner Bauchbewohner die Besteigung als sofortigen Rausschmiss versteht und unsere beiden Mädels bei jedem vorbeifahrenden Bus erklärten, wie toll Busfahren doch sei, nahmen wir für die zwei Haltestellen tatsächlich das öffentliche, zweistöckige Verkehrsmittel.

Und dann begann die Rückfahrt! Und sie sollte länger dauern als gedacht – dank zwei windelfreien Kleinkindern und einer im neunten Monat Schwangeren. Kaum hatten wir die Autobahn erreicht und die erste Mautstelle überfahren, meldete sich Milla mit einem lauten „ich muss mal!“. Also nahm Benni die nächste Abfahrt und hielt am Straßenrand. Leider war das eine der Abfahrten, zu denen es keine Auffahrt gibt … Und auch keine Straße, die abseits der Autobahn Richtung Dublin führt. Also fuhren wir zur letzten Auffahrt zurück und damit noch einmal durch die Mautstelle. Eine halbe Stunde später kam die nächste Wortmeldung. An dem ersten Raststellenzeichen fuhr Benni ab und schon während wir um die Kurve fuhren, sahen wir das große M … Zu der Pipipause gab es also auch noch eine Burgerpause. Die nächsten zwei Haltepunkte waren wieder am Wegesrand, aber vor dem Verlassen der Autobahn suchten wir sicherheitshalber auch immer die entsprechenden Auffahrten. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir wieder Zuhause an – und natürlich mussten alle drei Frauen erst einmal zur Toilette.

Voraussichtlich war das unsere vorerst letzte längere Insel-Tour. Aber ich denke, wir werden auch ohne längere Fahrten noch einige schöne Stellen in der näheren Umgebung entdecken können und in den kommenden Wochen wird bestimmt auch noch einiges aufregendes, neues und spannendes passieren. Ich werde auf jeden Fall weiterhin hier berichten!

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Teil 2/3 – Was macht man, wenn der Toaster brennt?

Der erste Morgen in Cork begann mit zwei traurigen Mädchen, die es völlig unfair und unverständlich fanden, dass das hoteleigene Schwimmbad erst um 10 Uhr öffnet. Wenigstens Milla konnten wir aber mit der Aussicht auf ein leckeres Frühstück auf das anschließende Schwimmen vertrösten.

Am Frühstücksbuffet angekommen überraschten uns die erstaunlich großen Gläser für Saft – normalerweise fasst das Standard-Hotel-Saftglas eine Pröbchenmenge von 0,1 bis 0,2 ml. Hier jedoch gab es erstaunlicherweise ganz normale Gläser an der umfangreichen Saftbar.

Umso verwunderter war ich, als mein Mann – sonst immer relativ zügig vom Buffet wieder am Tisch – nicht wieder zurück kam. Lara und Milla balancierten beide ihre Müslischüsselchen vor sich her, aber von Benni fehlte jede Spur. Auch die Kinder hatten keine Ahnung, wo ihr Vater verblieben war. Doch nach geraumer Zeit tauchte er wieder auf – mit einem mäßig gefüllten Teller aber dafür kichernd und giggelnd. Was war passiert?

Mein – ansonsten überhaupt gar nicht sensationshungriger – Mann war Zeuge einer Brandstiftung geworden. Während er sich den gebratenen Schinken auf den Teller schaufelte beobachtete er eine junge Frau, die ein frisches, puderzuckerbestäubtes Croissant in den Toaster schob. „Das kann nicht gut gehen.“ dachte sich Benni und lungerte daher noch etwas länger als notwenig bei den Bohnen, dem Schinken und dem Rührei herum – und sah so, wie der Toaster in Flammen aufging. Aber anstatt das Feuer heldenhaft zu löschen, beobachtete er weiter aus der Entfernung, wie das herbeigeeilte Hotelpersonal sich um den Toaster herum positionierte und mit mentalem Starren versuchte, das Feuer zu bekämpfen. Erstaunlicherweise funktionierte dies tatsächlich -und nachdem das fettige, verkohlte Croissant wieder heraus kam, war auch der Brand gelöscht und der Toaster überraschenderweise wieder voll funktionstüchtig. Aus dem Verhalten des Personals lässt sich schließen, dass dies nicht das erste Croissant war, das einen qualvollen Tod durch Verbrennung sterben musste.

Nachdem dieses Frühstück schon frühzeitig zu Bennis persönlichem Highlight dieses Kurzurlaubs wurde, sollte der Ausflug auch etwas für die Kinder bieten. Da wir trotz dem morgendlichen Zwischenfall und einem auch sonst sehr ausgedehnten Frühstück immer noch nicht die Öffnungszeiten des Schwimmbades erreicht hatten, beschlossen wir, zuerst unseren Hauptprogrammpunkt des Tages anzusteuern: den Fota Wildlife Park.

Dank der frühen Morgenstunde waren wir fast die ersten Besucher im Park und aufgrund unserer Jahreskarte für den Dubliner Zoo mussten wir keinen Eintritt zahlen. Der direkt am Eingang positionierte Spielplatz gehört für Lara und Milla zu den Highlights des Zoos. Besonders spannend war, dass man vom Spielplatz aus die Erdmännchen und einige Affen beobachten konnte.

Fota Wildlife Park - Spielplatz

Nachdem die Kinder genug Sand in den Schuhe hatten, ging es auf Erkundungstour. Zuerst begrüßten uns zaunlos auf einer riesigen Fläche Zebras, Giraffen, Strauße und andere afrikanische Steppenbewohner.

Fota Wildlife Park - Steppe

Noch ziemlich verschlafen und versteckt konnte man – hinter Gittern – die Geparden erahnen. Hier wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass man sie nicht füttern darf, weil sie beißen könnten. Wer bitte versucht im Zoo Geparden zu füttern?

Fota Wildlife Park - Geparden

Nach einem kleinen Waldstück – in dem bereits einige „was-auch-immer-Hühner“ unseren Weg kreuzten – kamen wir zu einem Teich, in und um den viele Enten, Gänse und Schwäne unterschiedlichster Art herumschwammen, watschelten, flatterten und vor den Kindern flohen. Im Anschluss daran hätten eigentlich die armen Tiere eine Erholungspause verdient – da wir darauf aber nur indirekt Einfluss hatten, machten wir einfach eine Pause an dem nächsten Spielplatz.

Fota Wildlife Park - Enten, Gänse & Co.

Danach ging es weiter auf die Affeninsel. Dort hat uns alle besonders das Verhalten der Gibbons beeindruckt, denn nach einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Affenmutter und Affenvater wurde sich wieder vertragen und die Kinder konnten in Ruhe weiterspielen.

Fota Wildlife Park - Gibbons

Das nächste Highlight waren die Kängurus, die gemütlich am Wegesrand herumlagen.

Fota Wildlife Park - Kängurus

Vorbei an den Robben und den Seeadlern ging es zurück zu dem großen Gelände von Giraffen, Straußen, Zebras und Co. und zum Ein- bzw. Ausgang.

Fota Wildlife Park - Steppe 2

Der Park ist wirklich sehr schön angelegt, die Tiere sind nicht hinter Gittern sondern auf große Anlagen durch Wasser- oder Steingräben von den Besuchern getrennt. Es wird viel Wert auf die Wissenvermittlung gelegt – neben großen Schildern mit Erklärungen stehen Parkangestellte zu bestimmten Uhrzeiten an den Gehegen und beantworten Fragen oder erklären das Verhalten und die Lebensräume der Tiere. Außerdem ist die Größe des Parkes insbesonders mit Kleinkindern perfekt. Wir haben genau drei Stunden für den Rundgang gebraucht und hatten drei lange Spielplatzpausen.

Und zum Abschluss:

sehr männ ... äääähhh .... menschlich

Teil 1/3 – Ein Wochenende mitten in der Woche

Das verlängerte Osterwochenende, an dem das Wetter weder in Deutschland noch in Irland richtiges Osterwetter war, liegt hinter uns und zwei Wochen, in denen mein Mann auf eine Dienstreise in ein Land far-far-away muss liegen noch vor uns.

Da kommt das spontane Wochenende mitten in der Woche genau richtig – die Urlaubstage sind kurzfristig eingereicht und genehmigt, das Reiseziel ist schnell gefunden und das Hotel vor Ort mit wenigen Klicks gebucht. Kofferpacken kann ich inzwischen schon im Schlaf und nachdem wir noch einen kurzen Blick in der Klinik auf unser neues Familienmitglied werfen konnten und die Kinder nach mehrmaligen Hinweisen auch ein „picture“ von ihrem kleinen Bruder bekommen haben – der putzmunter in meinem Bauch herumturnt – beginnen wir unsere Reise. Und es geht – mal wieder – in den Süden, genauer gesagt nach Cork.

Auf der Fahrt dorthin muss Benni noch arbeiten, was aber durch einen etwas unstabilen Telefonempfang behindert wird. Daher entscheiden wir uns für eine Pause, in der Benni vernünftig telefonieren kann und die Kinder und ich das Wetter genießen dürfen und uns ein bißchen bewegen können. Und welcher Ort zwischen Dublin und Cork wäre dazu besser geeignet als der Rock of Cashel.

Schon mehrfach sind wir an der beeindruckenden Kathedrale in dem kleinen Ort Cashel vorbei gefahren, doch außer für ein schnelles Foto vom Fuße des Felsens haben wir dort nie angehalten.

Rock of Cashel - von weitem

Das soll sich dieses Mal ändern – und so „wandere“ ich mit Lara und Milla bei strahlendem Sonnenschein den Weg zu der mächtigen Kirche aus dem 13. Jahrhundert hinauf, die im Moment wegen Restaurationsarbeiten teilweise eingerüstet ist und so an den heimatlichen Kölner Dom erinnert.

Wanderweg zum Rock of Cashel

Die Cormac’s Chapel, eine kleine romanische Kirche, die direkt neben bzw. an der Kathedrale steht, wird zur Zeit restauriert und kann daher nicht besichtigt werden. Aber auch ohne die kleine Kapelle ist die Kathedrale und das sich daran anschließende Gelände beeindruckend, wunderschön und wäre auch jeden Cent Eintrittsgeld wert – wir haben aber das Glück, keinen Eintritt zahlen zu müssen, da diesen Sommer diverse Sehenswürdigkeiten am ersten Mittwoch des Monats keinen Eintritt verlangen (Rock of Cashel, Cahir Castle, Ormonde Castle). Aber seht selbst:

Rock of Cashel

Unsere weitere Fahrt nach Cork verläuft ereignislos. Das ausgesuchte Hotel bietet einen tollen Blick über die Stadt und nach einem kurzem Abstecher ins Schwimmbad und einem leckeren Abendessen in der Hotelbar, fallen wir alle müde ins Bett – und erwarten gespannt den nächsten Tag … und ihr hoffentlich den nächsten Bericht mit einem brennenden Toaster, Affen, Kängurus und jede Menge anderen Tieren.

Cork bei Nacht

Teil 3/3 – Sheep`s Head und Mizen Head

Der Sonntagmorgen begann wie schon der Samstagmorgen – mit zwei kleinen Mädchen, die startklar im Badeanzug und Schwimmmütze darauf warteten, dass ihre verschlafenden Eltern endlich die Augen aufmachen und sich aus dem Bett in die Badesachen schmeißen. Nachdem die Schwimmeinheit absolviert, die Taschen wieder gepackt und alle mit Kaffee, Saft und Irish Breakfast gut gestärkt waren, ging unsere Reise weiter.

Auf unserem letzten Teil der Reise durch den Süden wollten wir soviel wie möglich von den Halbinseln sehen, die süd-westlich von Bantry liegen – der Mizen Head Peninsula und Sheep´s Head Peninsula.

Mal wieder ohne detaillierte Straßenkarte – wir nutzen nach wie vor für unsere Ausflüge eine relativ grobe Karte aus dem ADAC Reiseführer Irland – und ohne aktives Navi – das uns zwar immer mal wieder aus der Patsche helfen muss, mit seinen Gälisch-Englischen Endlosnamen aber eher zur Erheiterung als zur Wegfindung beiträgt – fuhren wir also in Bantry los und bogen kurz nach dem Ortsausgang auf einen mit „Goat´s Path“ bezeichneten Weg ab. Es dauerte ziemlich lange, bis ich unsere Position annäherungsweise dank dem lonely planet -Reiseführer bestimmt hatte. Da befanden wir uns schon mitten auf der wunderschönen Sheep`s Head Peninsula. Die Insel besteht aus Schafen, Bergen, Küste und ganz vereinzelt stehenden Häusern. Leider hat sich auch an diesem Tag das Wetter nicht von seiner besten Seite gezeigt.

Sheeps Head - 10/03/2013 #1

Denn der Himmel war wolkenverhangen und immer mal wieder kamen einige Regenschauern vorbei – aber: Irlands Schafe sind gut vorbereitet!

Sheeps Head - Lamm im Regenmantel

Unsere Fahrt ging weiter zur Mizen Head Peninsula. Landschaftlich ähnelt diese Halbinsel den anderen im Co. Cork. Doch neben Klippen, Schafwiesen, Bergen und kleinen gewundenen Wegen findet man hier auch den ein oder anderen Sandstrand. Im Sommer kann man hier bestimmt einige Sonnenanbeter und Schwimmer treffen, doch bei Regen, Sturm und Kälte waren am Sonntag nur einige mutige Surfer im Neoprenanzug im Wasser.

Mizen Head Peninsula - 10/03/2013

An der Mizen Head Signal Station machten wir Pause. Dort erinnern die Cliffs an den Westen von Irland und bei heftigem Sturm und Regen ersparten wir uns den Weg zum südwestlichsten Punkt von Irland.

Mizen Head Signal Station - 10/03/2013

Mit einem Abstecher über Crookhaven ging es über Schull wieder zum Festland. Inzwischen war Nachmittag und wir überlegten, wie unsere weitere Route aussehen sollte. Ursprünglich hatten wir geplant, um 18 Uhr in Cork zu Abend zu Essen und dann den Heimweg anzutreten. Das war aber – außer über Hauptstraßen – kaum noch zu schaffen. Daher setzten wir uns Kinsale als Ziel, und fuhren noch ein wenig über die kleineren Straßen von Skibbereen nach Baltimore und wieder zurück nach Skibbereen. Weiter ging es über die N71 Richtung Clonakilty.

Mizen Head bis Clonakilty - 10/03/2013

Und so fanden wir ihn doch noch! Einen Steinkreis! Nachdem wir bereits am Samstag auf der Beara Peninsula vergeblich einigen Hinweisschildern zu einem Steinkreis gefolgt waren, den wir allerdings selbst nach gefühlten 100 km Fahrt auf einem Wanderweg nicht finden konnten, hatten wir nun mehr Glück. Auf dem Weg zwischen Skibbereen und Clonakilty – mit für irische Verhältnisse relativ vielen Wegweisern – sollte ein weiterer Steinkreis zu sehen  sein. Und das Beste war: am Ende der Hinweisschilder befand sich tatsächlich auf einem dank ungünstiger Wetterbedingungen matschigen Feld der Drombeg Stone Circle.

Drombeg Stone Circle - 10/03/2013

Um halb sieben hatten wir Kinsale erreicht. Der Ort wirkte sehr schön mit kleinen Gassen, die sich um den Hafen schlängeln. In einem gemütlichen Pub konnten wir unsere Tour bei einem sehr leckeren Essen abschließen. Von dort ging es auf direktem Weg nach Hause – aber unser nächster Ausflug wird kommen!

Teil 2/3 – Der Ring of Beara

Kaum hatten wir am Samstag morgen ein Auge halb geöffnet, hüpften auch schon beide Kinder aus dem Bett und kramten im Koffer. Während Benni und ich uns langsam im Hotelzimmer orientierten, hatten sich unsere beiden Mädchen schon in zwei rosafarbene Taucherinnen verwandelt – morgens um 7 Uhr! Selbst unsere mehrfachen Hinweise, dass der Hotelpool erst um 8 Uhr öffnet, konnte ihren Enthusiasmus nicht mindern und um kurz vor acht schleppten sie einen langsam wach werdenen Benni in den Spa-Bereich um ENDLICH schwimmen zu gehen. Doch trotz des langen langen Wartens im Hotelzimmer mussten die drei weitere zehn Minuten vor verschlossenen Türen in Badevollausstattung vor dem Schwimmbad warten.

BadenixenNach dem gemütlichen Frühstück ging es um zehn Uhr los. Unser Ziel war der nord-westlich von Bantry liegende Ring of Beara der an der Küste der Beara Peninsula verläuft. Das Wetter war nicht so richtig vielversprechend, aber immerhin war es größtenteils trocken und die Schönheit der Landschaft ließ sich trotz wolkenverhangenen Himmels erahnen.

Ring of Beara - 09/03/2013 #1

Von Bantry fuhren wir nach Glengarriff, dem ersten Ort auf der Halbinsel und von da aus über die R572 Richtung westlichsten Zipfel der Beara Peninsula – denn dort befindet sich die einzige Seilbahn von Irland, die einen mit einer kleinen, alten, einzelnen Gondel innerhalb von zehn Minuten nach Dursey Island transportiert – wenn sie nicht gerade Mittagspause hat! Da wir allerdings pünktlich zur dreistündigen Pause dort ankamen, haben wir weder die Gondelfahrt erlebt, noch die kleine vorgelagerte Insel angeschaut. Wir müssen also auf jeden Fall noch einmal dorthin 😉

Ring of Beara - 09/03/2013 #2

Unsere Fahrt ging auf der Nordseite der Halbinsel über Allihies und Eyeries weiter bis Ardgroom – einem kleinen Ort mit einem Irland-typischen kombinierter Tankstellen-Supermarkt-Café. Dort konnten sowohl wir wie auch unser Auto neue Energie für den letzten Teil der Reise bekommen.

Die Landschaft ist wirklich wunderschön und man kann erahnen, wie farbenfroh es zur Rhododendronblüte hier sein muss. Die Küste wechselt zwischen sanft abfallenden Wiesen und Stränden und Steilküsten und das Inselinnere wird von den kargen Caha-Mountains geprägt. Die wenigen kleinen Ortschaften sind wunderschön und vor allem bunt! Für mich ist Cork der bunteste County, den ich bisher in Irland kennenlernen dürfte – jedes Häuschen ist in einer anderen Farbe gestrichen und strahlt auch ohne Sonnenschein Fröhlichkeit aus.

Ring of Beara - 09/03/2013 #3

Über Lauragh ging es weiter bis Kenmare. Dieser Teil der Insel gehört zum County Kerry, während die andere Hälfte im County Cork liegt. In Kenmare beginnt dann der bekanntere Ring of Kerry.

Zu den Straßen habe ich bereits ein wenig geschrieben. Der Ring of Beara ist eine non-national road (R) und war zu unserem Glück wenig befahren. So konnten wir oft einfach anhalten, um Fotos zu machen oder Schaf, Rind und Co. Vorfahrt zu gewähren.

Ring of Beara - 09/03/2013 #4

Von Kenmare aus sind wir auf direktem Weg nach Bantry zurückgefahren – aber wir werden auf jeden Fall noch einmal die Beara Peninsula besuchen, denn

  1. möchte ich die Halbinsel mal in voller Blüte und im Sonnenschein sehen,
  2. sind wir noch nicht über den Healy Pass gefahren, der auch sehenswert sein muss,
  3. müssen wir einmal mit der einzigen Cable Car von Irland gefahren sein und
  4. sind wir bisher durch die Ortschaften der Halbinsel nur durchgefahren – und sie sind es definitiv wert, auch mal genauer betrachtet zu werden!

Wir kommen also wieder! Aber erst einmal ging unsere Fahrt weiter nach Bantry.

Um halb fünf hatten wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht – gerade pünktlich zu meinem Muttertagsgeschenk: einer Ganzkörper-Schwangerschaftsmassage! Während Benni mit den Kindern Schwimmen war und sie für das Abendessen fertig machte, hatte ich eine ganze Stunde Verwöhnprogramm. Und nein, es war kein viel zu frühes Geschenk – denn hier war bereits am Sonntag (10. März) Muttertag. Die Kinder hatten im Kindergarten auch ganz tolle Bilder gebastelt und seit Wochen Blümchen gezüchtet, die ebenfalls die Fahrt nach Cork – gut versteckt im Kofferraum – angetreten hatten. Und nun weiterhin fürsorglich von Lara und Milla gegossen werden.

Entspannt und gut gesättigt erwarteten wir somit den letzten Tag unseres Wochenendtrips im Süden von Irland.

Teil 1/3 – Die Fahrt in den Süden

Im Schlafanzug sind längere Autofahrten richtig gemütlich! Darüber freuten sich unsere Kinder, als wir sie am Pyjama Day aus dem Kindergarten abholten. Und dann begann unsere Reise in den Süden von Irland. Nachdem wir große Teile des Westen, Norden und Osten dieser Insel schon gesehen haben, fehlte uns noch der Süden – der Teil der Insel, der am Schönsten sein soll und der bei den Touristen im Sommer am Beliebtesten ist.

Ein grober Überblick, wo wir auf der Insel schon waren

Aber diese Tour sollte anders sein, als unsere bisherigen Wochenendtrips. Denn auch wenn die Insel relativ klein ist, ist die Südküste verhältnismäßig weit entfernt von Dublin – ein bis zwei Übernachtungen sind demnach sinnvoll. Außerdem ist mein Bauch inzwischen ziemlich dick und ein gemütliches Bett und ein schönes Hotelzimmer sind daher nicht zu verachtende Annehmlichkeiten. Daher suchten wir dieses Mal im Vorfeld bereits einen Ausgangsort für unsere Fahrten und buchten dort ein Hotel und schauten nicht wie sonst spontan, an welchen Ort es uns treibt und wo wir übernachten könnten.

Die Wahl fiel auf Bantry, ein kleines, gemütliches und buntes Fischerdorf im County Cork. Im Sommer soll es hier sehr touristisch sein, doch jetzt in der Vorsaison wirkte es noch verschlafen. Das von uns ausgewählte Hotel liegt am Ortsausgang direkt an der Bucht und die meisten Zimmer – so auch unseres – haben Blick auf das Wasser.

Nach dreieinhalben Stunden Fahrt hatten wir das Hotel erreicht und während Benni noch etwas in der Hotellobby arbeitete, enterten die Kinder die Badewanne und funktionierten das Hotelbett in ein Trampolin um.

Bantry, Co. Cork - Hotelzimmer und Ausblick

Der Hunger beschleunigte uns und trieb uns schnell wieder in den Eingangsbereich des Hotels und von dort direkt in das Restaurant. Dort gab es sehr leckeres Lachsfilet für Lara und mich, Sirloin Steak für Benni und eine riesige Portion Spaghetti Bolognese für Milla. Bemerkenswert hierbei war mal wieder der Stellenwert der Kartoffel in Irland – ein Hauptgericht ist kein Hauptgericht wenn eine Kartoffelbeilage fehlt. Und so gab es zu meinem Lachs mit Risotto und Gemüse auch noch Kartoffelgratin.

Gut gesättigt ging es für die Mädels Richtung Bett, Benni konnte noch zwei Saunagänge genießen und ich in Ruhe im Reiseführer lesen und die Routen für die nächsten Tage planen.