Archiv der Kategorie: Kindermund

Die besten Sprüche unserer Töchter … in deutsch, englisch, gälisch oder welcher Sprache auch immer.

.

Fahndung

Tatort: Irland, Großraum Dublin

Tatzeitraum: September/Oktober 2014

Sachverhalt:

Im Zeitraum September/Oktober 2014 verließen DIE und DAS unsere Wohnung im Großraum Dublin und werden seither vermisst. Ein Motiv für das Verschwinden ist bislang nicht feststellbar, Anhaltspunkte für ihren Aufenthaltsort liegen nicht vor. Auch Presseaufrufe führten nicht zum Auffinden der Vermissten. DER versucht seit dem Verschwinden von DIE und DAS sämtliche Funktionen eigenständig zu erfüllen. Darüber hinaus versucht DER im Dativ und Genitiv alles an sich zu reißen und verdrängt hartnäckig ebenfalls DEM und DES.

Personalien

Name: bestimmte Artikel

Vorname: die / das

Letzter Aufenthaltsort: unsere Wohnung

Geburtsort: nicht bekannt

Nationalität: deutsch

Personenbeschreibung

Größe: zweimal 3 Buchstaben

Erscheinung: europäisch

Augenfarbe und Haarfarbe: nicht bekannt

Geschlecht: weiblich und neutral

Figur: schlank

Scheinbares Alter: uralt

besondere Merkmale:

stets in Begleitung eines Nomen anzutreffen, geben bereitwillig und unaufgefordert Informationen über Genus, Numerus und Kasus, weit verbreitet im deutschsprachigen Raum

Hinweise bitte an RamisInIrland.

Wir bedanken uns für Ihre Mithilfe!

Advertisements

Weibliche Geschlechtsmerkmal

Lara: Das ist eine Frau-Känguru!

Opa Michi: Aha, und woran erkennst du das?

Lara: Die hört nicht!

Känguru

Nach einer kleinen – etwas verhaltenen – Lachpause, wurde erneut nachgefragt.

Daraufhin korrigierte sich Lara: An den langen Wimpern natürlich!

wer beobachtet wen?

 

Liebesbeweis

Manche deutsch-englischen Wortneuschöpfungen sind so schön, dass ich sie am liebsten konservieren und in unseren Sprachgebrauch übernehmen wollen würde, wie zum Beispiel Millas Ausspruch

„Ich hab dich so lieb! Ich möchte dich ganz doll HUGgeln!“

Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Uns gibt es noch … Und es wird auch im Jahr 2014 hoffentlich wieder viele Berichte von uns aus Irland geben. Allerdings war unser Start in das neue Jahr etwas holprig und daher sind wir bisher weder zum Reisen noch zum Schreiben gekommen.

Daher gibt es heute etwas Aktuelles in der Rubrik „Kindermund“. Nicht zweisprachig – sondern einfach das Leben aus Kindersicht.

Benni ist für einige Zeit in Amerika, während die Kinder hier gegen eine hartnäckige Erkältung kämpfen und daher nicht in die Schule bzw. den Kindergarten gehen können. Bei dem allmorgendlichen Telefonat muss Benni dann auch husten. Daraufhin ergibt sich folgendes Gespräch:

Benni „Oh nein, jetzt bin ich auch krank.“
Lara „Wie kannst du denn krank werden, wenn du so weit weg bist?“
Benni „Da hab ich die Erkältung wahrscheinlich schon von Zuhause mitgenommen.“
Lara (schaut ungläubig) „In deinem Koffer?“

Zu schmal für den Pool?

Wir sitzen im Auto und Lara und Milla unterhalten sich – über ihr oranges Zuhause, über die Größe von Gärten und Terassen und über heiße Sommer:

Lara: „Als wir noch im orangen Zuhause gewohnt haben und es im Sommer ganz schrecklich heiß war, da hatten wir draußen einen pinken Pool.“

Milla: „Ja, und ich hatte einen blauen Pool, weil ich für den pinken noch zu schmal bin. Aber in meinem Pool waren dafür ganz viele Spielsachen!“

Lara: „Ja, Milla, du bist auch jetzt noch zu schmal!“

An der Stelle klinke ich mich ins Gespräch ein und frage verwundert, warum Milla denn zu schmal sei. Als ich in zwei verstzändinslose Kindergesichter blicke, dämmert es mir und Lara bestätigt meinen Verdacht „Ja, Mama, Milla ist doch noch zu klein für den Pool und früher war sie doch noch viel kleiner.“ „Mama, ich doch noch soooo schmal!“

Da ist wieder einer – aus „klein“ wurde „small“ und aus „small“ wurde „schmal“.

Übersetzungsfehler

Neulich fand man folgenden Post meines Mannes auf der Seite eines bekannten sozialen Netzwerks:

 Finde den Fehler

Daraufhin bemerkte eine Bekannte den „Übersetzungsfehler“. Aus „floor“ wurde somit nicht „Stockwerk“ sondern „Flur“. Nicht, weil Benni die genaue Übersetzung nicht kennt, sondern vielmehr, weil sich bei uns Englisch und Deutsch immer mehr mischen und sich ähnlich klingende Wörter mit anderer Bedeutung in unsere Sprache einschleichen. Dabei versuchen wir, beide Sprachen strikt zu trennen, weil ich so ein Sprachgewusel und -durcheinander bzw. die Verwendung englischer Wörter in einer deutschen Unterhaltung ganz schlimm finde.

Die Kinder sind jedoch inzwischen Meister im Mischen der Sprachen – und irgendwie klingt es bei ihnen gar nicht so schlimm. Milla ruft Lara häufig zur „Essens-time“, erzählt von der Raupe die zum Butterfly wird und den ganzen Tag nichts anderes macht als „eaten, eaten, eaten“, singt in einem deutsch-englischen Sprachgemisch und plappert lustig in beiden Sprachen drauf los. Und wenn sie englisch sprechen möchte, ihr aber die entsprechenden Vokabeln fehlen, spricht sie einfach die deutschen Wörter englisch aus – und hat damit erstaunlich oft sogar Erfolg!

Lara trennt da besser und kann einem bei vielen Wörtern auch die Übersetzung ins Englische oder Deutsche oder manchmal auch Gälische sagen. Sie achtet mehr darauf, was sie sagt und fragt nach, wenn sie ein Wort nicht weiß – wie beispielsweise als wir Kastanien, Eicheln und Bucheckern gesammelt haben. Und dennoch erzählt auch sie nach der Schule von „dem Jungen mit den scharfen vampire teeth“ oder fragt mich, ob ich heute bei der abendlichen „story-time“ vorlesen kann. 

Außerdem höre ich, seitdem die Temperaturen deutlich sinken, immer häufiger von beiden Kindern „Mama, kannst du mir helfen, den Hut aufzusetzen?“ Nein, meine Kinder tragen keine Hüte, sie meinen ihren Kapuzen – also „hood“. Eine weitere Stolperfalle für sie ist der Plural. Oftmals hängen sie einfach ein -s an das deutsche Wort. Leider ist das so gut wie nie richtig.

Bei den Kindern wiederholen wir beiläufig den Satz mit den eingestreuten englischen Wörtern komplett auf deutsch – meistens als Frage formuliert, sodass sie  den Begriff dann unbewusst sagen.

Aber auch ich kann mich nicht davon freisprechen, ein wenig bei der Sprache „rumzuhuddeln“. So erzähle ich Freunden, dass ich mein Auto mal eben in die Garage bringe, meine aber die Werkstatt – also die garage. Manchmal suche ich verzweifelt nach der deutschen Übersetzung oder verdrehe meine Satzstellung – und auch ich korrigiere mich dann bewusst. Dabei ist mein Alltag eher 30% englischsprachig und 70% deutschsprachig. Bei allen anderen Familienmitgliedern ist das Verhältnis genau andersherum.

Dann gibt es noch das „Problem“ mit der Uhrzeit, das immer wieder zu Verwirrung, Verfrühung, Verspätung und Missverständnissen führt – und mich inzwischen bei jeder Zeitangabe – sowohl im Englischen wie auch im Deutschen – zum Grübeln bringt.

Lebenszeichen

Jaja, ich weiß – ich habe lange nichts mehr geschrieben. Allerdings sehen wir im Moment abseits unserer normalen Wege nicht viel von Irland, denn wir – nicht nur ich – sind mit dem Nestbau beschäftigt.

unsere zwei Gartenbewohner

Die Kinder suchen Spielzeug und Stofftiere heraus, die sie an den kleinen Bruder weitergeben möchten und planen, wer wickeln, füttern, den Kinderwagen schieben und vorlesen darf. Mein Mann baut die Kinderbetten und die Wickelkommode auf, bringt den Kinderwagen in Schuss und erledigt tausend Kleinigkeiten. Und ich? Ich schiebe meinen dicken Bauch vor mir her, dekoriere, nähe, plane, was ich nähen könnte und beschwöre den kleinen Bauchbewohner, noch ein paar Tage mit seinem Auszug zu warten.

Meine Arztbesuche sind jetzt wöchentlich – immer im Wechsel Hausarzt und Krankenhaus. Die Besuche beim Hausarzt – jedenfalls bei meinem – sind meiner Meinung nach überflüssig. Nachdem ich eine Stunde im Wartezimmer verbringe drückt er ein wenig auf meinem Bauch rum und fragt nach meinem allgemeinen Wohlbefinden und dann darf ich wieder gehen. In der Klinik sieht das schon anders aus. Nach einem Gespräch mit der Hebamme, in dem Fragen zur Geburt und Schwangerschaft, die vorherigen Schwangerschafts- und Entbindungsverläufe, das Stillen und sonstige Sorgen thematisiert werden, misst sie den Blutdruck, kontrolliert die Urinprobe, tastet den Bauch ab und hört mit dem Hörrohr die kindlichen Herztöne ab. Danach geht es zum Arzt. Die oder der macht einen kurzen Ultraschall und führt ebenfalls ein kurzes Gespräch, beantwortet Fragen etc.. Die voraussichtliche Größe bzw. das Gewicht des Babys wurde uns aber selbst auf Nachfrage bisher nicht mitgeteilt – die Ärzte argumentieren damit, das die Messungen sehr ungenau sein können und sie bei den werdenden Eltern aufgrund Abweichungen von den überall nachzulesenden Normwerten keine Ängste schüren möchten. Allen, die die deutsche Schwangerschaftsvorsorge kennen, werden die Unterschiede aufgefallen sein: kein CTG, keine Gewichtskontrolle und keine Kontrolle des Muttermundes.

Zwischen den Arztbesuchen und den Vorbereitungen für das neue, kleine Familienmitglied ist der Alltag mit zwei kleinen Kindern, die im Moment das schöne Wetter genießen. Da in dieser Woche auch hier ein Feiertag ist – der erste Montag im Mai ist ein Bank Holiday – hat der Kindergarten eine Woche Ferien. Und daher bleibt viel Zeit um im Garten auf Bäume zu kletten, zu rutschen, zu schaukeln, mit Straßenkreide die Einfahrt zu verschönern, Blättersuppe zu kochen, Pusteblumen zu pflücken und so viel zu entdecken und auszuprobieren. Ich hoffe, das sich das schöne Wetter hier noch ein paar Tage hält! Und nachdem die Kinder im Garten beobachten können, wie alles wächst und aus kleinen Körner große, grüne Pflanzen wachsen, bleiben auch die Schlussfolgerungen aus diesem neuen Wissen nicht lange aus. So werde ich beim Frühstück von Lara zurecht gewiesen – sie mag kein Eigelb essen – als ich nach dem Schälen das Eigelb wie immer fein säuberlich heraus trenne und wegwerfen möchte „Nein, nicht das Eigelb wegwerfen! Ich möchte da doch noch ein Küken draus züchten!“

Kletterbaum

Ich wünsche heute allen Vätern in Deutschland einen schönen Vatertag! Die irischen Väter müssen sich noch etwas gedulden, denn hier ist der Tag zu Ehren der Väter erst am 16. Juni. Dafür haben wir hier bereits am 10. März Muttertag gefeiert, während die Mütter in Deutschland noch bis Sonntag warten müssen.