Smog-Alarm

Ich bin Euch noch den Bericht von unserem letzten Tag in China schuldig. Um den drücke ich mich erfolgreich seit genau 4 Monaten. Das liegt ausnahmsweise nicht an mangelnder Zeit – davon habe ich seit Anfang des Jahres tatsächlich etwas übrig. Ich hab es auch nicht vergessen – mein Mann erinnert mich nämlich stoisch mindestens einmal die Woche an den fehlenden Reisebericht. Ich drück mich ganz einfach davor. Der Tag war so umfangreich, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll – am Anfang und dann chronologisch oder nur die Highlights und wie beschreibt man eine Taxifahrt, die man niemals erlebt haben möchte. Außerdem ist für mich die Reise mit dem Verbloggen des letzten Tages erst so richtig beendet. Wahrscheinlich möchte ich auch das nicht. Allerdings kann ich auch hier solange über nichts anderes schreiben, also reiß ich mich jetzt mal zusammen und beginne einfach.

2. November 2018 – unser letzter Tag in China – Teil 1

Nach unserem letzten Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn Station Ping’anli. Doch als wir durch die engen Gassen spazierten hatte sich das gesamte Bild im Vergleich zu den letzten Tagen verändert. Statt blauem Himmel lag eine graue Wolkendecke über der Stadt und drückte den schweren Smog in die Straßen. Man hört und liest so viel über die schlechte Luft in Chinas Mega-Städten, aber unsere Erfahrungen in den vergangenen neun Tagen waren ganz andere – dank dem guten Wetter. Nun durften wir am letzten Tag auch die andere Seite kennenlernen. Da mir das Atmen dieser Luft echt schwer fiel, kauften wir in einem kleinen Supermarkt eine Auswahl Atemschutzmasken und so erlebte ich meinen letzten Tag in Beijing wie so viele Bewohner und Touristen der Stadt teilvermummt.

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Unser erstes Sightseeing-Ziel an diesem Tag war der Sommerpalast. Mit der U-Bahn ist man von unserem Hotel innerhalb von einer halben Stunde dort. Als erstes haben wir uns dort die Suzhou Street angesehen. An den kleinen Geschäften, die sich an dem See eng aneinanderreihen gibt es keinerlei Balustrade oder anderen Schutz, der einen daran hindert, in das brackige Seewasser zu fallen. Da sich an dem Tag noch relativ wenige Touristen dort tummelten blieb uns ein Sturz ins Nasse erspart.

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Im Anschluss daran stiegen wir die vielen Stufen zum Sommerpalast hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Auch wenn der Smog alles in ein diffuses Licht hüllte war die Pracht und die Weitläufigkeit des Geländes unglaublich beeindruckend.

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Unser nächstes Ziel an diesem Tag war der Himmelstempelpark. Mit der U-Bahn ging es dorthin. Dieser Park und die Tempelanlage sind wirklich unglaublich groß und beeindruckend. Alle Wege sind ganz gerade und symmetrisch angelegt und hier gibt es tatsächlich Vögel und Eichhörnchen. Das Fehlen von Vögeln oder anderen Tieren hatte uns in den anderen Parks sowohl in Shanghai wie auch in Hangzhou und Beijing bisher sehr irritiert. An manchen Stellen wurden in erschreckend kleinen Käfigen Ziervögel gehalten. Freilebend waren uns bisher sehr wenige Tiere begegnet. Hier aber flitzten Eichhörnchen die Bäume hinauf und hinunter und man hörte aus den Baumkronen das Gezwitscher unterschiedlicher Vögel.

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Als letztes Mittagessen in China gab es für uns HotPot. Wieder einmal betraten wir ein Restaurant, bekamen einen Tisch in einer Nische zugewiesen und beobachteten die anderen Gäste. Als wir unsere Bestellung aufgaben waren wir noch etwas unsicher, aber die nette Kellnerin erklärte uns das Prinzip, machte unsere Brühe im HotPot fertig und brachte uns kurze Zeit später hauchdünn geschnittenes Fleisch, Gemüse sowie Soßen. Das Essen war wirklich ein sehr leckerer Abschluss unserer kulinarischen Reise.

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Eigentlich hätte mein Reisebericht hier enden können oder sollen. Denn nun stand nur noch die Fahrt zum Flughafen und unser Rückflug nach Berlin auf unserem Programm. Aber die kommenden Stunden sollten aufregender und doch zäher werden, als wir erahnen konnten.

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