Zimmer mit Ausblick

12 Stunden später – wir fliegen über diese riesige Stadt. Der Landeanflug beginnt über dem Wasser und wenig später landen wir das erste Mal in China. Nachdem uns ein Bus vom Rollfeld zum Terminal gefahren hat, werden wir direkt zur Immigration weitergeleitet. Nach einem Blick auf die vielen Menschen stellen wir uns auf viel Wartezeit ein – und sind umso erstaunter, als wir kurze Zeit später bereits an dem Fingerabdruckscanner stehen. Dank der freundlichen Hilfe des Angestellten dort geht die Registrierung sehr schnell und so können wir direkt weiter – mit unserem ausgefüllten Zettel – zur Pass- und Visakontrolle und dann stehen wir schon am Gepäckband, an dem bereits unsere Koffer ihre Runden drehen. Das alles ging so schnell, da dauern manche Prozesse bei innerdeutschen Flügen länger – dafür sind wir allerdings jetzt mitsamt Foto und Fingerabdrücken registriert. Mit dem Taxi – ebenfalls sehr gut organisiert und sehr günstig (wir haben für knapp 45 km knapp 26 € /200 ¥ – fahren wir zum Hotel und sind schon auf der Fahrt von der Größe der Stadt und vor allem der riesigen Gebäude völlig überwältigt. Ich drücke mir die Nase an der Fensterscheibe platt und komme aus dem Staunen nicht raus. Im Hotel angekommen, werden wir zu unserem Zimmer begleitet – und da sind wir tatsächlich erstmal sprachlos.

1 Shanghai Tag 1

Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, beginnen wir, die Stadt zu erkunden. Wir schlendern ohne Ziel einfach durch die Straßen und saugen alles in uns auf.

Vielleicht ist an dieser Stelle ein kurzer Einschub notwendig: China stand auf meiner Liste, der Länder, die ich gerne mal besuchen möchte, nicht sehr weit oben. Außerdem waren die letzten Woche so voll, dass ich mich auch nicht wirklich mit dem Land beschäftigen konnte. So kam ich also in Shanghai völlig ohne Erwartungen und mit minimalen Vorstellungen – die maximal als Vorurteile gelten würden – an.

Und so staunen wir über die Sauberkeit auf den Straßen, die unglaublich vielen E-Roller und Fahrräder auf denen wirklich alles! transportiert wird, die coolen, beleuchteten Zebrastreifen mit Ampel und weiterhin über all die riesigen Gebäude.

01 Shanghai

Irgendwann meldet sich dann – trotz Irritationen durch die Zeitverschiebung – der Hunger. Und so suchen wir ein Restaurant und werden schnell fündig. Sehr zu meiner Freude ist es auch in China üblich, dass man seinen Tisch zugewiesen bekommt. Und so warten wir gemeinsam mit einem anderen Paar auf einen Tisch. Schließlich bekommen wir zwei Tische nebeneinander. Mangels Sprachkenntnisse schauen wir uns etwas um, um bei den anderen Gästen abschauen zu können, wie das hier so funktioniert. Dank bebilderter Karte können wir mit der Bedienung kommunizieren und bestellen auf gut Glück, was lecker aussieht. Außerdem eine Kanne Tee für mich und ein Bier für Ben. Als unsere Getränke kommen, bekommt das Paar neben uns eine Flasche auf den Tisch gestellt, die sie zuvor mit in das Restaurant gebracht und im Empfangsbereich abgegeben hatten. Während ich an meinem Tee nippe schiele ich unauffällig hinüber – die Gläser sind auffällig klein, weitere Getränke werden nicht serviert. Dann kommen die Speisen – alle sehr sehr lecker und frisch – und wir essen. An unserem Nebentisch wird auch gegessen – und zwischendurch immer wieder die Gläser aufgefüllt. Nachdem wir mit unserem Essen so gut wie fertig sind, bekommen wir noch eine riesige Schüssel Suppe serviert – wo kommt die denn nur her? Die gibt es einfach dazu – lernen wir. Und während wir, obwohl wir eigentlich schon satt sind, noch etwas Suppe essen, können wir nebenan das Schauspiel weiter beobachten. Die Flasche scheint fast geleert zu sein, die Kommunikation mit der Bedienung wird immer schwieriger und eine Kommunikation zwischen den beiden findet quasi nicht statt. Dafür haben wir inzwischen herausgefunden, was es mit der schönen roten Flasche auf sich hat. Die beiden trinken da zum Essen einfach gemeinsam eine Flasche Schnaps. Wir entscheiden uns an der Stelle, nun weiter durch die Stadt zu ziehen. Unser nächstes Ziel ist die Rooftop-Bar „Bar Rouge“ auf The Bund. Da es noch relativ früh ist, sind nur wenige Gäste dort und so können wir uns den Tisch mit dem besten Ausblick auf die grandiose nächtliche Skyline von Shanghai aussuchen und bestellen uns zwei Cocktails. Meine Wahl ist nicht unbedingt die Beste – zu oft lass ich mich von schönen Bildern täuschen. Wir ziehen dann weiter zur nächsten Rooftop-Bar, „360° View“, die zwar bei weitem nicht so stylisch ist, aber der Ausblick noch atemberaubender und meine Cocktail-Wahl etwas besser. Gegen Mitternacht neigt sich unser erster Tag in China gen Ende und wir gehen zurück ins Hotel und fallen müde und voller neuer Eindrücke ins Bett – mit Blick auf Shanghai.

1 Shanghai Tag 11