Et hätt noch emmer joot jejange.

Das kölsche Jrundjesetz – und an den jecken Tagen sind meine Gedanken immer in Köln. Heute haben sie mich allerdings tatsächlich über den Tag gerettet, denn nach dem gestrigen Tag dachte ich: “Schlimmer geht nimmer!” Doch dann wurde ich vom Gegenteil überzeugt.

Die Möbelpacker enterten gestern morgen unser Haus und schneller als ich fragen konnte, ob jemand Kaffee oder Tee möchte, war schon das erste Zimmer in Kartons verschwunden. Ab da pendelte ich zwischen Haus, Kindergarten, Schule, Autos besichtigen lassen, im Hotel einchecken und gefühlt tausend Kleinigkeiten, die noch zu erledigen waren hin und her. Zum Glück konnten die beiden Mädels bei einer lieber Bekannten spielen, sodass ich nur den Kleinsten im Schlepptau hatte. Abends wurden wir dann noch überraschenderweise bekocht und als wir im Hotel in die Betten fielen, war ich noch vor den Kindern eingeschlafen.

Der Tag heute war dagegen ein Spaziergang. So dachte ich jedenfalls. Nach einer entspannten Nacht im Hotel wartete am Morgen ein ausgiebiges Frühstück auf uns. Von da aus brachte ich die Kinder in die Schule und den Kindergarten und danach fuhr ich in unser Haus. Da ich dort außer Teekochen nicht viel machen konnte, fuhr ich nach kurzer Zeit wieder los und besorgte im Ort kleine Geschenke für die Lehrerinnen der Kinder. Nachdem ich Milla vom Kindergarten abgeholt hatte, aß ich mit Noah und Milla entspannt zu Mittag mit sensationellem Blick über das Meer.

Malahide

Danach fuhren wir wieder zum Haus und die Kinder konnten etwas im Garten spielen, während die Möbelpacker die ersten Teile im LKW verstauten.

der zweite Umzugstag

Da die Große von einer Freundin aus der Schule abgeholt und zum anschließenden Schwimmen mitgenommen wurde, machte ich mich auf den Weg Richtung Schwimmbad, um sie abzuholen. Circa 500 m vor dem Schwimmbad machte es beim Abbiegen auf einmal “Rums”.

Was Tun? Zwei schlafende Kinder im Auto, an meinem Auto eine krumme Stoßstange und an dem meiner “Gegnerin” nichts zu sehen. Erstmal gucken, dass es allen gut geht. Aber der “Rums” war wirklich eher ein “Mini-Rums”. Dennoch hab ich tausend Ermahnungen im Kopf, die Unfallstelle nicht zu verlassen. Meine Nerven, mh, die waren schon vorher ziemlich dünn, jetzt haben sie sich vollständig verabschiedet. die zwei jungen Mädels dagegen sind völlig gefasst. Und nach wenigen Minuten, die wir da so stehen, schlagen sie vor, die Unfallstelle zu räumen. Ne, das geht doch nicht. Wir warten weiter auf die Garda, die muss das doch aufnehmen. Inzwischen hat eine sehr nette Dame angehalten, die aussteigt und fragt, ob alles OK sei. Sie sieht mich mit Milla auf dem Arm und sagt “Du siehst aus, als müsstest du einfach mal umarmt werden.” Und so steh ich auf der Straße und lasse mich von einer völlig fremden Frau drücken. Währenddessen hält ein weiteres Auto – bekannte Gesichter. Achja, die Schwimmstunde ist ja inzwischen zu Ende. Eine Bekannte steigt aus und wartet mit uns. Auch sie, Spanierin, die lange in Deutschland gelebt hat, bestätigt, dass wir das von der Polizei aufnehmen lassen müssen – für die Versicherung und so. Doch kurze Zeit später kommt der Anruf: Ne, die An Garda Síochána kommt nicht, wenn keiner verletzt ist. Also werden nur Nummer ausgetauscht, Fotos gemacht und dann setze ich meine Reise fort – mit wackeliger Stoßstange. Die letzten 500 Meter zum Schwimmbad schaffe ich ohne weitere Vorkommnisse.

Dort nimmt meine Freundin dann auch Milla mit und so fahren Noah und ich erstmal in unsere Stammwerkstatt. Hatte ich bereits erwähnt, dass wir heute Abend das Auto eigentlich verkaufen wollten? Wie vermutet kostet die Reparatur ungefähr so viel wie das Auto. Jetzt heißt es warten – auf den Kostenvoranschlag, auf die Versicherung. Aber Zeit ist so ungefähr das letzte, was wir im Moment haben.

Der Tag ist jetzt vorbei – abgehakt! Uns geht es allen gut und alles andere wird sich finden.

Noch 3 Tage.