Unsere Reise zum Festland – Tag 1

Der Sommerurlaub steht an – und wie bei vielen Deutschen mit kleinen Kindern ist unser ausgewähltes Reiseziel in den Niederlanden. Doch zwischen uns und dem Festland liegen die Irische See, Großbritannien und der Ärmelkanal. Nach einigen Überlegungen entscheiden wir uns dennoch gegen eine Flugreise und für die Autofahrt – knapp 1.000 km Fahrt durch 5 Länder- inklusive Fähre und Eurotunnel – mit unseren drei kleinen Kindern.

Die Reise beginnt an einem sonnigen Morgen um 7 Uhr. Die Kinder sind aufgeregt und sitzen erwartungsvoll im Auto. Am liebsten würden sie direkt alle Spielsachen, die sie sich für die Fahrt herausgesucht haben, auspacken und alle Lebensmittel, die ich für die Fahrt eingepackt habe, aufessen. Doch bereits nach 20 Minuten haben wir den Dubliner Hafen – und damit das erste Etappenziel unserer Reise – erreicht. Das Einchecken für die Dublin Ferries ist innerhalb von wenigen Sekunden erledigt. Während wir darauf warten, auf unsere kleine Schnellfähre fahren zu dürfen beobachten wir das Auslaufen der großen Fähre, die wir kurze Zeit später auf hoher See überholen werden.

Dublin

Um 8.45 Uhr verabschieden wir uns von Irland und die “Jonathan Swift” macht sich auf den Weg nach Wales. Unser Auto befindet sich im Bauch der Fähre und wir haben es uns zwischen Café, Kino und Shop gemütlich gemacht. Während Benni und ich den Kaffee genießen, beobachten die Kinder die vielen Menschen, versuchen dem Kinofilm zu folgen und erkunden wankend das Schiff. Schnell werden erste Reisefreundschaften geschlossen und gemeinsam wird am Horizont nach anderen Schiffen, Möwen und der Küste Ausschau gehalten.

Dublin-Holyhead

Knapp 2 Stunden und 111km auf See später gehen wir nach einer sehr kurzweiligen Fahrt in Holyhead von Board. Über die A55 fahren wir an der wunderschönen walisischen Küste entlang. Während die zwei kleinen Kindern bereits nach wenigen Minuten eingeschlafen sind, bestaunen wir die Landschaft. Auch hier sind die Straßenschilder zweisprachig – englisch/walisisch. Auch hier sind die Häuser farbenfroh. Auch hier gibt es viele Wiesen auf der einen Seite und viel Meer auf der anderen. Und dennoch sieht alles anders aus als in Irland.

Wales

Als wir vor Manchester auf die M6 Richtung Birmingham wechseln, ändert sich die Landschaft. Die wunderschöne Idylle weicht der normalen Autobahnumgebung und wird eher unspektakulär. Inzwischen sind alle drei Kinder wach und beschäftigen sich mit Malen und Armbänder basteln während wir zum millionsten Mal den Frozen-Soundtrack hören.

Nach knapp 300 km Fahrt beschließen wir um 14.30 Uhr Pause zu machen. Durch Zufall finden wir “Ash End House” in Tamworth. Dort verbringen wir fast zwei Stunden mit Spielen, Essen und Rumtoben.

Unsere Route führt uns an Birmingham vorbei Richtung London. Den Londoner Ring erreichen wir pünktlich zur Rush Hour – und so verbringen wir viel Zeit auf wenigen Kilometern, bis wir um 20 Uhr Folkestone erreichen.

Stau auf der Queen Elisabeth II Bridge

Das Einchecken für den Eurotunnel ähnelt dem für die Fähre. Wir hatten den Zug um 22.20 Uhr gebucht, doch da wir so früh dort sind und noch Plätze in dem früheren Zug frei sind, bekommen wir ein Ticket für den Zug um 21.50 Uhr. So bleibt uns dennoch ausreichend Zeit, um zu Abend zu essen und den “Toddlers Tunnel” zu erkunden.

Um 21.30 Uhr folgen wir den Schildern Richtung Frankreich. Eingekeilt zwischen zwei Wohnmobilen fahren wir im vorderen Drittel auf den Zug, kurbeln unsere Fenster herunter und – machen nichts. Es ist schon etwas merkwürdig, 35 Minuten in seinem Auto zu sitzen, ohne dass sich dieses bewegt und man sich dennoch vorwärts bewegt – ca. 50 km weit und ca. 50 m unter dem Meeresspiegel. Während der kurzen Fahrt verlieren wir eine Stunde – und erreichen so um 23.30 Uhr das Festland in Calais/Frankreich.

Eurotunnel

Nach unendlich vielen Kreisverkehren, die wir alle falschherum durchfahren müssen, fallen wir 16 Stunden nachdem wir unser Zuhause in Irland verlassen haben in einem kleinen Hotel an der französischen Küste müde und glücklich in unsere Betten. Die Fahrt war überraschend entspannt, abwechslungsreich und spannend – der Urlaub hat begonnen!

4 Kommentare

  1. Ah, das klingt wirklich entspannt. Und weißt Du was, 16 Stunden dauerte auch jeweils die Autofahrt von Leipzig zu unserem Ziel, allerdings in Südfrankreich, ganz ohne Fähre und Tunnel. Du siehst also, so weit weg ist die Insel nicht

    Gefällt mir

    • Das stimmt! Auch wenn man fliegt ist man ja wirklich schnell in Deutschland. Und die Reise war mit Fähre und Tunnel deutlich angenehmer als so manche reine Autofahrt nach Österreich.

      Gefällt mir

  2. Wir sind schon Rosslare-Pembroke und Rosslare-Cherbourg gefahren (ich liebe Nachtfähren, dann kann man sich gleich das Hotel sparen), aber Dublin-Holyhead noch nie. Ist das insgesamt günstiger oder wolltest Ihr Wales sehen?
    Und an die Million Kreisel in Calais kann ich mich gut erinnern 🙂

    Gefällt mir

    • Hallo Katharina, ich bin nicht so besonders seetauglich. Das und das wir gerne Wales und England sehen wollten, gab dann letztendlich den Ausschlag für die Route. Auf der Rückfahrt hatten wir dann auch ziemlichen Wellengang und da waren mir schon die zwei Stunden zu viel auf dem Schiff 😉

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.