Die grüne Insel wird pink

Seit Wochen färbt sich unsere Stadt pink. Erst waren es nur große pinke Schilder an der Straße, die die Zeiten der Straßensperrung bekannt gaben. Dann tauchten an vielen Geschäften Wimpelketten in pink und hellrosa auf. Nach und nach fand die Farbe, die auch die Zimmer unserer Kinder dominiert, Einzug in die sehr kreative Schaufenstergestaltung der ortsansässigen Einzelhändler. Heute kamen dann unzählige pinke Ballons dazu, die an Bäumen, Straßenlaternen, Hauseingängen, Schaufenstern und Kinderhänden dem Wind trotzten.

2014-05-11 - Giro d'Italia - Malahide

Nach dem Mittagessen passten auch wir – und viele anderen Einwohner, Touristen und Rennbegeisterte – uns an das Straßenbild an und spazierten in pink gekleidet zur Rennstrecke. Denn Irland wird nicht einfach so pink. Ein Großereignis hat die Insel so ungewöhnlich eingefärbt – der Giro d’Italia, eines der größten Straßen- Radrennen, startet in diesem Jahr in Irland. Die ersten beiden Renntage verbrachten die Fahrer in Nordirland. Erst am dritten Tag, diesem Sonntag, machten sie sich auf den Weg vom nordirischen Belfast in die Hauptstadt der Republik Irland, Dublin.

Glücklicherweise verlaufen einige Kilometer der 187km langen Rennstrecke direkt durch unsere kleine Stadt. Und so spazierten wir nach dem Mittagessen an der Strecke entlang, um uns eine schöne Stelle zum Zuschauen auszusuchen. Das Wetter war dabei typisch irisch – gestartet sind wie bei Sonnenschein, um uns schon nach wenigen Metern auf die Suche nach einer Unterstellmöglichkeit vor dem Regen zu machen. Die fanden wir dann in Form unseres Supermarktes, in dem die Kinder eine Stärkung benötigten. Bei Sonnenschein ging es weiter. Die vorbeifahrende Autokolonne der Medienvertreter und Werbemittelvertreiber wurde von den dahinströmenden Menschen begeistert begrüßt und die ansonsten freie Straße besonders von den Kindern gut ausgenutzt.

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Um kurz vor vier kündigten einige Polizeifahrzeuge die Ankunft der Rennfahrer an. Wenig später sausten die ersten an uns vorbei, dicht gefolgt von dem Hauptfeld. Dieses wiederrum wurde von unzähligen Autos mit Ersatzteilen verfolgt. Dazwischen suchte sich ein einzelner Rennfahrer seinen Weg. Die Nachhut bildeten zwei Fahrer. Und wenige Augenblicke später rasten auch schon Polizeifahrzeuge und Krankenwagen dem Teilnehmerfeld hinterher.

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Nach den wenigen, aber durchaus aufregenden Minuten, löste sich die Zuschauermenge am Straßenrand schnell auf. Der eine Teil strömte nach Hause, während der andere Teil Richtung Strand ging. Dort war eine kleine Kirmes aufgebaut worden, auf einer Bühner spielte eine Band und auf einer Leinwand gab es die Liveübertragung des Rennens. Demnach benötigten die Fahrradfahrer für die weitere Strecke bis zur Zieleinfahrt in Dublin genau so lange, wie wir zu Fuß vom einen Ende unseres Ortes zum anderen Ende. Denn als wir die Großleinwand erreichten konnten wir das deutsche Geburtstagskind Marcel Kittel gerade bei der Zieleinfahrt bejubeln. Wir wünschen allen Fahrern, für die es am Dienstag in Italien weitergeht, viel Erfolg!

Während in Dublin gefeiert wurde bummelten wir gemütlichen über die Kirmes, die Mädchen fuhren einige Runden Karussel und unser Jüngster schlief im Kinderwagen. Als sich am Himmel gefährliche dunkle Wolken auftürmten und es anfing zu stürmen, flohen wir mit vielen anderen Besuchern in Richtung Zuhause. Noch während unseren Überlegungen, wo wir uns am besten unterstellen könnten, um das drohende Unwetter einigermaßen trockenen Fußes zu überstehen, fing es an zu regnen. Doch nach ein paar Tropfen war bereits Schluss – es lohnte sich noch nicht einmal, die Kapuzen aufzusetzen. Und so kamen wir bei strahlendem Sonnenschein wieder Zuhause an. Das irische Wetter!

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Ein Kommentar

  1. Endlich noch einmal ein Bericht aus Irland. Sehr schön. Zum Wetter nur so viel- Ihr seht wenigstens ab und zu die Sonne……

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