Feucht-fröhliche Weihnacht

Neue Länder, neue Bräuche – Weihnachten kann bei uns zur Zeit nicht klassisch mit der ganzen Familie und Verwandtenbesuchen verbracht werden, also müssen neue Tagesabläufe und Rituale übernommen, weiterentwickelt und angepasst werden.

Die erste Änderung bzw. Übernahme eines irischen Brauches war die Verschiebung der Bescherung von Heiligabend auf den Morgen des 1. Weihnachtstages. Für und mit kleinen Kindern ist das super, denn die Kinder haben einen konkreten Zeitpunkt für die Bescherung – nämlich nach dem Aufstehen, sie können ganz lange mit ihren neuen Sachen spielen und sind abends nicht überdreht.

Die zweite Änderung war das Essen. Hierbei haben wir allerdings noch nichts gefunden, was wir als Brauch übernehmen möchten – in Irland wird traditionell „ham and turkey“ serviert, was mir aber für zwei Vollesser und drei Picker etwas zu viel ist. Und einen Truthahn in Wachtelgröße habe ich noch nicht entdeckt. Bisher wurde daher immer spät gefrühstückt und früh zu Abend gegessen. Dabei variieren wir von Sauerbraten über Lachs und Steaks bis zu Filet Wellington.

Da hier der Weihnachtsmann oder besser Santa Claus überall präsent ist, musste auch unsere Geschichte vom Christkind etwas modifiziert werden. So kommt bei uns nun Santa Claus mit seinen Rentieren ganz klassisch und bringt die Geschenke – und braucht dafür auch eine kleine Stärkung in Form von Keksen (eigentlich Mince Pie), Milch (eigentlich Guiness) und Möhren für die Rentiere. Das Christkind gibt`s aber auch noch – es ist für alles Schöne zuständig, hängt den Adventskalender auf und befüllt ihn, schmückt den Weihnachtsbaum und beobachtet die Kinder, ob sie auch wirklich brav sind.

Kleiner Snack für Santa

Heute haben wir einen weiteren Brauch übernommen – inwieweit der sich aber in den kommenden Jahren festigen und auf weitere Familienmitglieder ausweiten kann, wird sich zeigen. In diesem Jahr hat sich nur ein Familienmitglied getraut – wir anderen vier haben aus sicherer Entfernung zugeschaut, Fotos gemacht und gestaunt …

Zuschauen

… wie sich viele Verrückte am Weihnachtsmorgen in Badeshorts, Weihnachtsmannkostüm oder Bikini in die kalten Fluten der Irischen See stürzen.

Portmarnock Christmas Day Swim

Diese Tradition ist an der irische Küste in vielen Orten verbreitet. In unserem Nachbarort ist sie relativ jung bzw. wird seit elf Jahren als Wohltätigkeitsveranstaltung organisiert und dabei werden Spenden für ein Krankenhaus gesammelt.

Nachdem Benni das Auto freigekratzt hatte, da es in der Nacht gefroren hatte, kamen ihm leise Zweifel an seinem Vorhaben – und mir laute Zweifel. Dennoch wurde die Badehose eingepackt und los ging es zum Strand! Dort kamen wir gerade pünktlich zum „Anpfiff“ an und sahen zu, wie sich viele Menschen in die eisigen Fluten stürzten und dabei unendlich viel Spaß hatten. Viele Familien, Hunde und Pferde – festlich gekleidet, weihnachtlich verkleidet oder mit Weihnachtsmannmütze geschmückt – bevölkerten den breiten Strand. Es war wie bei einem großen Familienfest, die Kinder genossen den Platz zum Spielen, die Sonne und das Meer, die Erwachsenen tauschten den neuesten Tratsch aus und stießen auf den eigenen – oder den des Verwandten/Bekannten/Freund eines Freundes dessen Freundin – Mut an.

Portmarnock Christmas Day Swim

Da konnte auch Benni sich nicht mehr zurückhalten und wagte eine weihnachtliche Schwimmeinheit.

Weihnachten in die Irische See

Den restlichen Tag haben wir dann gemütlich Zuhause verbracht, gespielt, gekocht, gelesen und die Familie dank facetime wenigstens zum Teil und kurz gesehen.

Wir hoffen, auch ihr hattet bisher ein schönes Weihnachtsfest und wünschen Euch morgen noch einen ruhigen St. Stephen’s Day!

Merry Christmas

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4 Kommentare zu „Feucht-fröhliche Weihnacht“

    1. Ja, bei sowas ist er sehr experimentierfreudig 🙂 allerdings ist Meer für ihn im Dezember nix Neues – normalesweise ist er dann aber im Neoprenanzug und mit Kite unterwegs 😉 nur so in Badehose ist dann doch etwas frisch 😉 aber er war weniger verfrohren als nach so mancher winterlichen Kitesession!

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