Lost on Achill Island

Das Wetter kann es uns aber auch nicht recht machen. Nach dem verregneten Samstag schauten wir uns den Wetterbericht für Sonntag an und sahen weit und breit keine Besserung. Also strichen wir Clare Island und Westport House für dieses Wochenende und entschieden uns für einen gemütlichen Vormittag im Hotel mit anschließender Heimfahrt.

Doch auch nach dem obligatorischen morgendlichen Schwimmbadbesuch, einem sehr ausgiebigen Frühstück und dem Besuch auf dem Hotelspielplatz strahlte immer noch die Sonne vom Himmel. Die Fähre nach Clare Island war da aber wieder mal bereits weg und die gleiche Strecke wie Samstags wollten wir nicht noch einmal fahren.

Spielplatz vom Westport Woods Hotel

Planlos saßen wir also mal wieder im Auto. Auf dem Weg aus der Stadt raus, schlug Benni vor, Richtung Achill Island zu fahren. Dort war während Bennis USA-Reise ein großes Kite-Event, zu dem wir ursprünglich fahren wollten. Da das aber aufgrund der Dienstreise nicht ging, hatten wir die größte Insel vor Irlands Küste bisher noch nicht gesehen. Und dank einer Brücke zum Festland waren wir auch auf keine Fährverbindung angewiesen.

Völlig überraschend befanden wir uns auf einmal auf einer der schönsten Strecken Irlands – von Westport über Newport und Mulrany an der Küste entlang bis Achill Island. Hier hat man von allem ganz viel. Ganz viel Meer, ganz viele Schafe, ganz viele Farben. Die Landschaft wirkt wie eine Mischung aus ganz Irland – sie erinnerte uns an Connemara, an den Norden aber auch an den Süden der Insel.

Küste zwischen Westport und Mulrany

Und dann sahen wir die Brücke nach Achill Island. Und dann waren wir verloren. Denn Achill Island ist eine Gaeltacht, das heißt eine der Gälisch-sprechenden Gegenden. In ganz Irland sind die Straßenschilder und offiziellen Schreiben etc. Zweisprachig – aber in den Gaeltacht sind sie nur einsprachig, und zwar in Gälisch. Bisher hatten wir damit noch nie Probleme, da viele Ortsnamen einfach herzuleiten sind. Auf Achill Island hat uns dann aber wohl die Schönheit der Natur so durcheinander gebracht, das wir im Kreis gefahren sind und die Orte, die wir anvisierten, nicht trafen.

Achill Island

Irgendwann aber wollten wir doch mal Pause machen – und waren mitten im Nirgendwo. Dabei war es schon früher Nachmittag und wir wollten uns so langsam auf den Nachhauseweg machen. Schließlich lagen noch ca. vier Stunden Heimfahrt vor uns. Aber wir fuhren fröhlich im Kreis und fanden den Ausgang der Insel nicht, das Navi fand uns nicht und ich fand unseren Weg auf der Karte nicht. Als wir dann endlich einen Ort erreichten, hielten wir direkt im ersten Pub, um uns zu stärken. Begeistert beobachteten die Kinder das offene Torf-Feuer und Lara erzählte die ganze Heimfahrt, wie gut das doch gerochen hätte.

Pub

Nach einer kleinen Erfrischung machten wir uns auf den Nachhauseweg – und fanden hinter der nächsten Kurve die Brücke von der Insel herunter. In Castlebar meldeten alle Reiseteilnehmer Hunger an und so hielten wir an der erstbesten Pizzeria. Gute italienische Restaurants gibt es hier nicht so viele wie in Deutschland. Genauer gesagt hatten wir bis dahin noch keines gefunden, dass uns so wirklich überzeugt hat. Doch der Zufall und vor allem der Hunger führten uns in das Al Muretto in Castlebar und wir aßen die bisher besten Pizzen in Irland. Leider ist die Anreise dann doch zu weit, um es zu unserem neuen Stamm-Lokal zu küren.

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