Kulturbanausen

Ja, ich gebe es zu: wir sind Kulturbanausen! Wir leben nun schon fast zwei Jahre in Irland und außer in einer Dinosaurierausstellung in Belfast haben wir hier noch kein Museum von innen gesehen. Auch unsere sonstigen kulturellen Ausflüge halten sich in Grenzen – dabei gibt es hier an jeder Straßenecke irgendein historisches Grabmal, Gebäude, Steinchen oder Türmchen. Wir schieben dann gerne die Kinder vor – dabei ist gerade unsere Älteste diejenige, die uns wenigstens die christliche Kultur immer wieder nahelegt.

Lara liebt Kirchen. Sobald wir an einer vorbei gehen, fahren, drüber fliegen oder vorbei schwimmen – letzteres eher selten – möchte sie sie besichtigen. Sie ist auch nicht wählerisch hinsichtlich der Konfession – evangelisch oder katholisch – Hauptsache Kirche. Wahrscheinlich würde sie sich auch gerne mal eine Moschee oder eine Synagoge anschauen, aber die haben wir hier noch nicht gefunden. So kommen wir wenigstens regelmäßig in den Genuss, eine Kirche zu besichtigen, so auch in Tralee, wo wir eigentlich nur zum Mittagessen waren.

Tralee

In Killarney gibt es eine riesige Kirche, die wir leider noch nicht besichtigt haben. Von der Stadt haben wir insgesamt nur sehr wenig gesehen. Um genau zu sein eigentlich nur ein sehr schönes, außergewöhnliches und gutes Restaurant. Wiedereinmal hatte Noah die Wahl getroffen – ohne ihn wären wir wahrscheinlich an der unscheinbaren Fassade des „The Smoke House“ vorbeigelaufen. Der erste Eindruck mutet orientalisch an, wenn man aber genauer hinsieht, sind es sehr viele alte Möbel, ein ausgestopfter Pfau ziert die Abtrennung des hinteren Bereiches, eine Wand ist verspiegelt und gemütliche Sessel und kleine Tischchen haben bestimmt schon dem ein oder anderen Gast lange, lustige Abende mit leckeren Cocktails beschert. Hinter der Bücherwand befindet sich die Küche und ein Regalbrett dient als Durchreiche. Gerne hätte ich auch die außergewöhnlichen Toiletten fotografiert, aber davon hat mich mein Mann abgehalten … Er fungiert oftmals als mein Anstand, wenn ich den Fotoapparat in der Hand halte. So kann ich also nur von den stillen Örtchen im 1. Obergeschoss berichten: die Waschbecken sind alte Zinneimer, die Wände sind teilweise aus Wellblech und teilweise bunt bemalt, als Türstopper zur Dachterasse dient eine alte Nähmaschine. Ansonsten haben wir im Schnelldurchlauf einmal die Stadt durchlaufen und haben nur an der Eisdiele einen kurzen Zwischenstopp eingelegt, denn hier gab es echtes Eis. Bisher haben wir nur wenige Eisdielen gefunden, die normales Milch- bzw. Fruchteis verkaufen – Softeis hingegen bekommt man überall. Da ich kein Softeis esse, freue ich mich natürlich umso mehr, wenn es irgendwo echtes Eis gibt. Doof nur, wenn man dann ausgerechnet an dem Tag so gar keinen Hunger auf Eis hat. Somit durften sich aber wenigstens die anderen Teilnehmer unserer Reisegruppe über die 3,80 €-Eisbällchen freuen. Und sie sollen auch lecker gewesen sein.

Killarney

Museen sehen wir wirklich viel zu selten an, Zoos und Aquarien besuchen wir allerdings dagegen sehr oft. So stand auch das Dingle Wildlife & Seal Sanctuary auf unserer Liste, was wir uns im Urlaub anschauen möchten. An einem nicht so sonnigen, aber trockenen Tag besuchten wir das nahegelegene Gelände. Pünktlich zur Fütterung hatten wir die Babyseerobben erreicht, die dort aufgepäppelt werden, um dann wieder in die Freiheit entlassen werden zu können. Die Kinder fanden allerdings die Babyziege, Gänse und Enten viel spannender und ihr absolutes Highlight war der große Spielplatz.

seal sanctuary dingle

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