Leckeres Essen, Warten … und plötzlich ist er da!

Eine weitere Stunde kontrollierte das CTG die Herztöne und meine – dank Gel – beginnende Wehentätigkeit. Doch innerhalb der ersten zehn Minuten machte mein Kreislauf nicht mehr mit und in Folge dessen wurden auch die Herztöne des Babys schlecht. Sekunden später war die Hebammenschülerin bei mir und begann durch Umlagern mich und das Baby zu stabilisieren und rief zeitgleich die Ärztin und eine weitere Hebamme, die ebenfalls unmittelbar bei mir waren. Trotz 9 gleichzeitig laufenden Geburten plus fünf Frauen, die darauf warteten, ein Baby zu bekommen, merkte ich in dem Moment, dass sich das Team routiniert und kompetent um mich und mein Baby kümmert.

Während ich da so rumlag und das CTG weiterhin fleißig mitschrieb, bekam ich Mittagessen: Truthahnbraten mit Kartoffeln und Möhrengemüse und als Nachtisch Apfelcrumble. Wirklich sehr sehr lecker und genau das, auf das ich schon seit morgens – sehr zum Entsetzen meines Mannes – Hunger hatte.

Essen in der Delivery Suite

Und dann ging es weiter – mit dem bekannten Warten. Benni und ich liefen über die Flure der Station bis zur Neonatal Unit, die Treppen runter zum Eingang und wieder die zwei Etagen hoch, spielten Rummikub auf meinem Bett, lasen und quatschten und lachten ganz viel. Ich bekam alle zwei bis drei Minuten eine Wehe, die aber noch gut auszuhalten waren.

Spielen in der Delivery Suite

Zwischendurch leerte sich der Raum – zwei Frauen verabschiedeten sich Richtung Kreißsaal und eine Richtung OP zum Kaiserschnitt, während die eine Dame immer noch auf eine Wehe wartete und ich fröhlich vor mich hinwehte.

Um sechs Uhr änderte sich das allerdings von einer auf die andere Wehe … Mit Aushalten, Atmen und Fröhlichsein war bei mir nicht mehr viel und ich wollte jetzt und sofort eine PDA. Die Hebammenschülerin – inzwischen hatte es einen Schichtwechsel gegeben – rief die Ärztin, die mich kurz untersuchte und dann meinte, sobald der nächste Kreißsaal frei sei, sollte ich mal dorthin gehen. Zeitgleich kam auch eine der Hebamme und teilte uns mit, dass der Kreißsaal für mich fertig sei und ich jetzt mit meinen Sachen rüber kommen könnte.

Gesagt – getan. Mitsamt meinem Sitzball, meiner Tasche und meinem Mann ging ich die wenigen Meter bis zum Kreißsaal, um dort eine ziemlich heftige Wehe zu bekommen. Mit Hilfe der Hebamme schaffte ich es noch auf die Liege, als mich eine Presswehe überrollte.

Noch zwei und mein kleiner Sohn Noah ist da – völlig verknotet in seiner Nabelschnur. Die Hebamme und die Ärztin sind etwas verwundert, wie schnell es auf einmal ging und vor allem, wie Noah diesen einen Knoten in seine Nabelschnur bekommen hat und sie dann auch noch um den Hals und um die Füße gewickelt hat. Zum Glück hat er diese Knotenkünste aber gut überstanden. Lauthals beschwert er sich über den rasanten Rauswurf. Nach den üblichen Tests (Apgar) und ausgestattet mit zwei Identifikationsarmbändchen mit meinem Namen sowie der Patientennummer am Hand- und Fußgelenk sowie einem Sicherheitsband am anderen Fußgelenk darf er endlich zu mir und mit mir kuscheln.

Sicherheits-Tag

Nach einer kleinen, typisch irischen Stärkung – Tee und Toast – darf ich duschen und dann bringt uns eine deutsche Hebamme – Zufälle gibt’s – auf mein Zimmer.

6 Kommentare

    • Dank der kurzen Zeit hatte er zum Glück keine Gelegenheit, die Spielregeln zu verändern oder neu zu interpretieren 😉 aber ich wette, im Urlaub fällt ihm wieder ne neue Regelein 😉

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