Lebenszeichen

Jaja, ich weiß – ich habe lange nichts mehr geschrieben. Allerdings sehen wir im Moment abseits unserer normalen Wege nicht viel von Irland, denn wir – nicht nur ich – sind mit dem Nestbau beschäftigt.

unsere zwei Gartenbewohner

Die Kinder suchen Spielzeug und Stofftiere heraus, die sie an den kleinen Bruder weitergeben möchten und planen, wer wickeln, füttern, den Kinderwagen schieben und vorlesen darf. Mein Mann baut die Kinderbetten und die Wickelkommode auf, bringt den Kinderwagen in Schuss und erledigt tausend Kleinigkeiten. Und ich? Ich schiebe meinen dicken Bauch vor mir her, dekoriere, nähe, plane, was ich nähen könnte und beschwöre den kleinen Bauchbewohner, noch ein paar Tage mit seinem Auszug zu warten.

Meine Arztbesuche sind jetzt wöchentlich – immer im Wechsel Hausarzt und Krankenhaus. Die Besuche beim Hausarzt – jedenfalls bei meinem – sind meiner Meinung nach überflüssig. Nachdem ich eine Stunde im Wartezimmer verbringe drückt er ein wenig auf meinem Bauch rum und fragt nach meinem allgemeinen Wohlbefinden und dann darf ich wieder gehen. In der Klinik sieht das schon anders aus. Nach einem Gespräch mit der Hebamme, in dem Fragen zur Geburt und Schwangerschaft, die vorherigen Schwangerschafts- und Entbindungsverläufe, das Stillen und sonstige Sorgen thematisiert werden, misst sie den Blutdruck, kontrolliert die Urinprobe, tastet den Bauch ab und hört mit dem Hörrohr die kindlichen Herztöne ab. Danach geht es zum Arzt. Die oder der macht einen kurzen Ultraschall und führt ebenfalls ein kurzes Gespräch, beantwortet Fragen etc.. Die voraussichtliche Größe bzw. das Gewicht des Babys wurde uns aber selbst auf Nachfrage bisher nicht mitgeteilt – die Ärzte argumentieren damit, das die Messungen sehr ungenau sein können und sie bei den werdenden Eltern aufgrund Abweichungen von den überall nachzulesenden Normwerten keine Ängste schüren möchten. Allen, die die deutsche Schwangerschaftsvorsorge kennen, werden die Unterschiede aufgefallen sein: kein CTG, keine Gewichtskontrolle und keine Kontrolle des Muttermundes.

Zwischen den Arztbesuchen und den Vorbereitungen für das neue, kleine Familienmitglied ist der Alltag mit zwei kleinen Kindern, die im Moment das schöne Wetter genießen. Da in dieser Woche auch hier ein Feiertag ist – der erste Montag im Mai ist ein Bank Holiday – hat der Kindergarten eine Woche Ferien. Und daher bleibt viel Zeit um im Garten auf Bäume zu kletten, zu rutschen, zu schaukeln, mit Straßenkreide die Einfahrt zu verschönern, Blättersuppe zu kochen, Pusteblumen zu pflücken und so viel zu entdecken und auszuprobieren. Ich hoffe, das sich das schöne Wetter hier noch ein paar Tage hält! Und nachdem die Kinder im Garten beobachten können, wie alles wächst und aus kleinen Körner große, grüne Pflanzen wachsen, bleiben auch die Schlussfolgerungen aus diesem neuen Wissen nicht lange aus. So werde ich beim Frühstück von Lara zurecht gewiesen – sie mag kein Eigelb essen – als ich nach dem Schälen das Eigelb wie immer fein säuberlich heraus trenne und wegwerfen möchte „Nein, nicht das Eigelb wegwerfen! Ich möchte da doch noch ein Küken draus züchten!“

Kletterbaum

Ich wünsche heute allen Vätern in Deutschland einen schönen Vatertag! Die irischen Väter müssen sich noch etwas gedulden, denn hier ist der Tag zu Ehren der Väter erst am 16. Juni. Dafür haben wir hier bereits am 10. März Muttertag gefeiert, während die Mütter in Deutschland noch bis Sonntag warten müssen.

2 Kommentare

  1. Oh dann kann benni am 16.Juni-seinem ehrentag- auch an unseren legendären polterabend vor einem Jahr denken… Erschreckend wie schnell die Zeit vergeht…
    Wir wären so gerne ganz nah bei euch!!!! Dicker Kuss

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    • Stimmt 😉 dann müssen wir mal Scholle fragen, ob er uns die ein oder andere Kloschüssel liefert und wir führen als neuen Brauch in Irland ein, an Vatertag zu poltern 😉 ausreichend Polterfläche hätten wir hier ja 😉

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