Teil 2/3 – Was macht man, wenn der Toaster brennt?

Der erste Morgen in Cork begann mit zwei traurigen Mädchen, die es völlig unfair und unverständlich fanden, dass das hoteleigene Schwimmbad erst um 10 Uhr öffnet. Wenigstens Milla konnten wir aber mit der Aussicht auf ein leckeres Frühstück auf das anschließende Schwimmen vertrösten.

Am Frühstücksbuffet angekommen überraschten uns die erstaunlich großen Gläser für Saft – normalerweise fasst das Standard-Hotel-Saftglas eine Pröbchenmenge von 0,1 bis 0,2 ml. Hier jedoch gab es erstaunlicherweise ganz normale Gläser an der umfangreichen Saftbar.

Umso verwunderter war ich, als mein Mann – sonst immer relativ zügig vom Buffet wieder am Tisch – nicht wieder zurück kam. Lara und Milla balancierten beide ihre Müslischüsselchen vor sich her, aber von Benni fehlte jede Spur. Auch die Kinder hatten keine Ahnung, wo ihr Vater verblieben war. Doch nach geraumer Zeit tauchte er wieder auf – mit einem mäßig gefüllten Teller aber dafür kichernd und giggelnd. Was war passiert?

Mein – ansonsten überhaupt gar nicht sensationshungriger – Mann war Zeuge einer Brandstiftung geworden. Während er sich den gebratenen Schinken auf den Teller schaufelte beobachtete er eine junge Frau, die ein frisches, puderzuckerbestäubtes Croissant in den Toaster schob. „Das kann nicht gut gehen.“ dachte sich Benni und lungerte daher noch etwas länger als notwenig bei den Bohnen, dem Schinken und dem Rührei herum – und sah so, wie der Toaster in Flammen aufging. Aber anstatt das Feuer heldenhaft zu löschen, beobachtete er weiter aus der Entfernung, wie das herbeigeeilte Hotelpersonal sich um den Toaster herum positionierte und mit mentalem Starren versuchte, das Feuer zu bekämpfen. Erstaunlicherweise funktionierte dies tatsächlich -und nachdem das fettige, verkohlte Croissant wieder heraus kam, war auch der Brand gelöscht und der Toaster überraschenderweise wieder voll funktionstüchtig. Aus dem Verhalten des Personals lässt sich schließen, dass dies nicht das erste Croissant war, das einen qualvollen Tod durch Verbrennung sterben musste.

Nachdem dieses Frühstück schon frühzeitig zu Bennis persönlichem Highlight dieses Kurzurlaubs wurde, sollte der Ausflug auch etwas für die Kinder bieten. Da wir trotz dem morgendlichen Zwischenfall und einem auch sonst sehr ausgedehnten Frühstück immer noch nicht die Öffnungszeiten des Schwimmbades erreicht hatten, beschlossen wir, zuerst unseren Hauptprogrammpunkt des Tages anzusteuern: den Fota Wildlife Park.

Dank der frühen Morgenstunde waren wir fast die ersten Besucher im Park und aufgrund unserer Jahreskarte für den Dubliner Zoo mussten wir keinen Eintritt zahlen. Der direkt am Eingang positionierte Spielplatz gehört für Lara und Milla zu den Highlights des Zoos. Besonders spannend war, dass man vom Spielplatz aus die Erdmännchen und einige Affen beobachten konnte.

Fota Wildlife Park - Spielplatz

Nachdem die Kinder genug Sand in den Schuhe hatten, ging es auf Erkundungstour. Zuerst begrüßten uns zaunlos auf einer riesigen Fläche Zebras, Giraffen, Strauße und andere afrikanische Steppenbewohner.

Fota Wildlife Park - Steppe

Noch ziemlich verschlafen und versteckt konnte man – hinter Gittern – die Geparden erahnen. Hier wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass man sie nicht füttern darf, weil sie beißen könnten. Wer bitte versucht im Zoo Geparden zu füttern?

Fota Wildlife Park - Geparden

Nach einem kleinen Waldstück – in dem bereits einige „was-auch-immer-Hühner“ unseren Weg kreuzten – kamen wir zu einem Teich, in und um den viele Enten, Gänse und Schwäne unterschiedlichster Art herumschwammen, watschelten, flatterten und vor den Kindern flohen. Im Anschluss daran hätten eigentlich die armen Tiere eine Erholungspause verdient – da wir darauf aber nur indirekt Einfluss hatten, machten wir einfach eine Pause an dem nächsten Spielplatz.

Fota Wildlife Park - Enten, Gänse & Co.

Danach ging es weiter auf die Affeninsel. Dort hat uns alle besonders das Verhalten der Gibbons beeindruckt, denn nach einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Affenmutter und Affenvater wurde sich wieder vertragen und die Kinder konnten in Ruhe weiterspielen.

Fota Wildlife Park - Gibbons

Das nächste Highlight waren die Kängurus, die gemütlich am Wegesrand herumlagen.

Fota Wildlife Park - Kängurus

Vorbei an den Robben und den Seeadlern ging es zurück zu dem großen Gelände von Giraffen, Straußen, Zebras und Co. und zum Ein- bzw. Ausgang.

Fota Wildlife Park - Steppe 2

Der Park ist wirklich sehr schön angelegt, die Tiere sind nicht hinter Gittern sondern auf große Anlagen durch Wasser- oder Steingräben von den Besuchern getrennt. Es wird viel Wert auf die Wissenvermittlung gelegt – neben großen Schildern mit Erklärungen stehen Parkangestellte zu bestimmten Uhrzeiten an den Gehegen und beantworten Fragen oder erklären das Verhalten und die Lebensräume der Tiere. Außerdem ist die Größe des Parkes insbesonders mit Kleinkindern perfekt. Wir haben genau drei Stunden für den Rundgang gebraucht und hatten drei lange Spielplatzpausen.

Und zum Abschluss:

sehr männ ... äääähhh .... menschlich