Happy Ostern

Lange habe ich hier nichts mehr über unseren Englisch-Deutschen Sprachalltag geschrieben – einfach daher, weil es inzwischen so normal für uns alle geworden ist und es uns kaum noch auffällt.

Noch immer versuchen wir, Zuhause ausschließlich Deutsch zu sprechen. Allerdings ziehen immer mehr Englischsprachige Kinderbücher bei uns ein und viele davon sind inzwischen nicht nur Lieblingsbücher der Kinder sondern auch meine. Zu Schul- und Unizeiten hätte ich niemals gedacht, dass ich diese Sprache einmal so gerne lesen, hören und sprechen werde und einige Worte sogar schöner finde als ihr deutsches Pendant. Im Kindergarten gibt es die Regel, dass keine Spielsachen von Zuhause mitgebracht werden dürfen – mit einer Ausnahme: Bücher. Die Kinder dürfen immmer Bücher mitbringen und sich die dort vorlesen lassen. Und ihr dürft mal raten, wer hier wirklich jeden Morgen mit einem Buch unter dem Arm rausmarschiert: Milla. Meistens nimmt Lara auch eins mit, aber Milla rennt sogar aus dem Auto zurück ins Haus, um ein Buch zu holen. Bis Anfang Februar machten die beiden keinen Unterschied, ob sie ein englischsprachiges oder ein deutschsprachiges Buch einpackten – die Erzieherin spricht und versteht zwar wirklich gut deutsch, aber so manche deutschen Kinderbücher haben sie dann doch an ihre Belastungsgrenze gebracht. Seit Anfang Februar selektieren die Kinder nach „Rachels Sprache“ und „Mamas Sprache“ und suchen morgens fast ausschließlich Bücher in Englisch raus.

Wenn die Kinder miteinander spielen dominiert inzwischen in ihrem Englisch-Deutschen-Sprachwirrwarr Englisch. Sowohl, wenn sie zusammen spielen – am liebsten Mutter-Vater-Kind – aber auch, wenn sie beim Puzzeln oder Malen mit sich selber sprechen. Außerdem fragen sie ständig, was dieses oder jenes auf Englisch bzw. auf Deutsch heißt – entweder mich oder aber sich gegenseitig. Beim Spielen werden die Sprachen auch wild gemischt und ergeben manchmal sehr lustige Satzgebilde wie z.B. „Close the tür“, „What’s your name, Briefträger?“

Sobald wir das Haus verlassen oder Besucher haben, ist für die beiden selbstverständlich, dass sie nur noch verstanden werden, wenn sie Englisch sprechen. Lara kann mittlerweile zwischen den beiden Sprachen schneller hin- und herswitchen als ich – so spricht sie, wenn wir uns mit Freunden treffen, mit diesen Englisch, aber mit mir möchte sie meistens deutsch reden. Ich bin dann allerdings im „Englisch-Modus“ und antworte ihr dann oft unbewusst auf Englisch. Wobei ich es auch anwesenden Dritten gegenüber höflicher finde, wenn die gesamte Kommunikation auf Englisch stattfindet. Immernoch werden alle Menschen darauf hingewiesen, dass sie bald einen Bruder bekommen und der aber immer noch in meinem Bauch wohnt.

Genauso selbstverständlich ist es für Lara und Milla aber auch, das mit den Großeltern, Tanten, Onkeln, Cousinen und Freunden in Deutschland am Telefon bzw. via facetime deutsch gesprochen wird. Ich beneide meine Kinder für diese Unbekümmertheit, mit der sie mit beiden Sprachen umgehen, sie vermischen und die Fremdsprache spielerisch „nebenbei“ erlernen können.

Ich wünsche Euch allen wunderschöne Ostertage!

6 Kommentare

  1. Der Sohn von Freunden war vor Jahren verwirrt, als ich Italienisch mit ihm sprach. Der hatte nämlich gelernt, dass er mit Besuch aus Deutschland Deutsch reden muss 😀
    Ich halte mich seitdem dran

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  2. Wahnsinn, wie gut das klappt! Hoffentlich festigt sich beides ähnlich gut, wobei die Schriftsprache bestimmt dominieren wird.
    Wünsche schöne Ostertage gehabt zu haben,
    LG, Frl. Nullpunktzwo

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    • Ja, das hoff ich auch! Ersteinmal wird Lara jetzt Englisch als Schriftsprache in der Schule lernen … Aber ich möchte schon versuchen, hier zu Hause mit ihr auch deutsch genauso zu festigen … Und dank vielen Büchern, die wir eh mit den Kindern lesen, hoffe ich dass das auch klappt 🙂

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