Baby-TV

Wir sind unserem Ruf mal wieder gerecht geworden.

Für die große Ultraschalluntersuchung hatten wir dieses Mal etwas mehr Fahrzeit eingeplant, um auch wirklich pünktlich da zu sein. Nachdem wir bei unserem letzten Vorsorgetermin in der Klinik für die Strecke über eine Stunde benötigt hatten, waren wir dieses Mal innerhalb von einer halben Stunde an unserem Zielort angekommen … und damit über eine halbe Stunde zu früh. Nach der Anmeldung in der Klinik wurden wir in einen anderen Gebäudeteil geschickt, um dort im Wartezimmer Platz zu nehmen. Kaum hatten wir unsere Jacken ausgezogen, kam auch schon die Dame herein, die die Ultraschalluntersuchung durchführt und fragte uns nach unserem Namen. Nachdem ich ihr meinen Namen genannt hatte, schaute sie irritiert auf ihren Zettel. Sicherheitshalber nannte Benni nochmal den Namen, doch die Dame blickte schon auf und strahlte uns an „Sie sind aber früh hier. Na, dann kommen sie doch mal mit. Das Paar, das vor Ihnen dran sein sollte – und den Termin vor einen viertel Stunde hatte – ist noch nicht da.“ Da waren wir also wieder als typische Deutsche geoutet.

Die Untersuchung ansich verlief sehr entspannt. Zuerst beantwortete die Dame – eine genaue Berufsbezeichnung kenne ich nicht – ausführlich alle Fragen, die ich mir im Vorfeld auf einem kleinen Spickzettel notiert hatte und klärte uns dann über die kommende Ultraschalluntersuchung auf. Im Folgenden arbeitete sie sehr routiniert und konzentriert, während sie genau erklärte, was sie untersuchte und sah. Und das Beste und Wichtigste: Mit dem Baby ist alles in bester Ordnung!!!

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Dieser Einblick in den Bauch – quasi ein Blick durch ein Schlüsselloch – ist immer wieder faszinierend und spannend und ergreifend und aufregend und … einfach unbeschreiblich! In schwarz-weiß kann man kleine Finger und kleine Zehen abzählen, beobachten, wie das Herzchen schlägt, das Baby am Daumen nuckelt und mit der Nabelschnur spielt, wie es strampelt und boxt und sich dreht.

Nach einer viertel Stunde durfte ich meinen Bauch und alle Sorgen, die ich mitgebracht hatte, wieder einpacken und mir die Erlaubnis für den bevorstehenden Flug von der Ärztin aus der Klinik abholen. Die Sorgen waren nicht bewusst und auch ohne einen Hintergrund, aber dennoch begleiten sie mich – und ich glaube viele andere Schwangere – durch jede Schwangerschaft. Schließlich trägt man nun die Verantwortung für ein kleines Wesen, das man nicht sehen kann und nur fühlt, wenn es selber meint, sich bemerkbar machen zu wollen, immer mit sich. Umso erleichterter war ich bei den beiden großen und nun auch bei dem Würmchen nach jeder Ultraschalluntersuchung, bei der ich die strampelnden und turnenden Wesen gesund und munter sehen durfte.

Der große Unterschied zu der Schwangerschaftsvorsorge in Deutschland ist – neben dem zeitlichen Abstand zwischen den Untersuchungen – der Umfang. Ich bin jetzt in der 22. Schwangerschaftswoche und hatte bisher zwei reguläre Vorsorgetermine. Bei dem ersten Termin in der 13. Schwangerschaftswoche wurden die üblichen Kontrollen gemacht – Gewicht, Größe, Blut und Urin sowie ein kurzer Ultraschall und ein Gespräch mit der Ärztin. Bei meinem zweiten Termin in der 21. Schwangerschaftswoche wurde eine große Organultraschalluntersuchung gemacht – ohne die in Deutschland übliche Überprüfung von Gewicht, HB-Wert und Urin oder einer gynäkologischen Untersuchung. Die nächste Vorsorge habe ich in 4 Wochen bei meinem Hausarzt und ich bin sehr gespannt, was bei diesem Termin passiert.

Bis dahin werden hier so langsam die Vorbereitungen für die Ankunft des Babys anlaufen … die Wickelkommode sucht noch einen Platz, der Kinderwagen und der Kindersitz sowie eine Menge Anziehsachen müssen ihre Reise nach Irland antreten und wahrscheinlich fallen mir noch tausend Sachen ein, die noch vor der Geburt erledigt werden müssen.

5 Kommentare

  1. Ein schönes Fotos hast du bekommen ❤ Und ja, die
    Sorgen sind ganz "normal". Ich würde mir Sorgen
    machen, wenn es nicht so wäre. Ich wünsche dir weiterhin alles
    alles Gute 🙂

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  2. Oh, schön zu lesen daß alles okay ist!
    Ich stelle es mir ziemlich komisch vor, nicht mehr die Wahl zu haben wie oft man zum Baby-TÜV geht, wenn man es bislang so kennengelernt hat… Gibt es denn andere Schwangerschaftbegleiter/-innen? Hebammen z.B.? Wo gehst du mit deinen ganzen Fragen hin oder Problemen?

    LG, Frl. Null.Zwo

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    • Das ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Es gibt wohl Hebammen, aber soweit ich das mitbekommen habe sind die nur für die Nachsorge zuständig und wenn man „public“ gewählt hat, kann man anstatt zum Hausarzt zu einer Hebamme gehen. Grundsätzlich könnte ich wohl bei rein medizinischen Fragen meinen Hausarzt oder das Krankenhaus anrufen … Gerade aktuell ist ein Fall von Ringelröteln im Kindergarten und das sollte ich mit meinem Hausarzt besprechen. Hier gibt es aber auch Geburtsvorbereitungskurse, den ich mir aber dieses Mal spare. Dafür werde ich wahrscheinlich mit Schwangerschaftsjoga beginnen, der auch von einer Hebamme angeboten wird. Ich denke, auf dem Weg würde man wahrscheinlich immer eine Ansprechpartnerin für die großen und kleinen Schwangerschaftsprobleme und Sorgen finde. Ich bin aber schon froh, dass das meine dritte Schwangerschaft ist und ich so vieles kenne und einschätzen kann … Und das ich für den Notfall immer noch meinen Gynäkologen und meine Hebamme als Ansprechpartner in Deutschland habe

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  3. In den USA gibt es auch nur drei reguläre Ultraschalluntersuchungen. In jedem Trimester eine. Ich glaube aber – in Deutschland ist das doch genau so? Ich habe jedenfalls, wenn ich außer der Reihe einen US wollte, immer selbst zahlen müssen. War bei meinem alten Gyn zwar „nur“ 10€ pro Schall (andere verlangen da sehr viel mehr, das ist wohl nicht einheitlich), aber kostenlos waren auch nur drei…

    Allerdings finde ich das mit dem Hausarzt, und dass man außerhalb der Klinik keinen Gyn hat schon etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist in den USA auch nicht so.

    Anyways, viel Glück weiterhin 🙂

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