Meilen, Meilen, Meilen – Teil 4 unserer Reise durch Nordirland

Der Blick auf die Uhr (erst 11 Uhr) in Kombination mit akuter Unlust aller Reiseteilnehmer auf einen Stadtbummel und Bennis Hinweis, dass das Rennen im Norden heute endet, ließen uns zu der Entscheidung kommen, bis abends weiter an der nordirischen Küste entlang zu fahren. Ohne genaueren Plan – den Teil der Reise hatten wir eigentlich frühzeitig gecancelt – und auch ohne Ziel – das wollten wir von der Reisegeschwindigkeit und der Uhrzeit abhängig machen, fuhren wir von Belfast die Coast Road Richtung Norden.

Damit trafen wir eine der besten Entscheidungen überhaupt! Die Landschaft ist wirklich einmalig – ich habe teilweise gedacht, man hätte die Alpen geflutet, denn wenn man die Küstenstraße entlang fährt hat man auf der einen Seite oft großartige Berge und auf der anderen Seite türkisfarbenes Meer wie in der Karibik. Traumhaft!

Kurz hinter Glenarm machten wir dann in Carnlough Mittagspause, aßen sehr leckeren Fisch, schlenderten durch das Dorf und bewunderten die vielen Rennmaschinen, die sich ebenfalls auf der Durchreise befanden … nur in die umgekehrte Richtung.

Unser Weg führte uns weiter über den Causeway durch die Glens of Antrim unweigerlich Richtung …

Carrick-a-Rede Rope Bridge – eine schwankende Seilbrücke die eine 18m breite Schlucht überspannt. Meine erste Hoffnung war, dass wir erst ankommen, wenn die Brücke schon geschlossen hat … da wir aber schon gegen 15 Uhr das Besucherzentrum erreichten, musste ich die Ausrede begraben. Mit den Kindern wollte ich aber auf keinen Fall die Brücke überqueren, also musste eine andere Ausrede her … die mir meine Mädels zuverlässig lieferten! Sie schliefen nämlich einfach auf der Fahrt ein und so „musste“ ich natürlich den Schlaf der Kinder bewachen, während Benni sich in das Abenteuer „Seilbrücke“ begeben durfte. Nach einer Stunde kam Benni nassgeschwitzt (es war noch ein ziemlich langer Fußmarsch vom Besucherparkplatz zur Brücke) und glücklich wieder … und ich war noch glücklicher, das ich im Auto bleiben konnte und Benni wieder heil bei uns angekommen war, als ich die Fotos und Videos von ihm sah!

Da die Kinder inzwischen wieder wach und voller Tatendrang waren, fuhren wir weiter zu dem berühmten Giant’s Causeway. Die Idee hatten leider auch unzählige Touristen, die in Bussen dort angekarrt wurden. Natürlich muss man diese Stelle von Nordirland gesehen habe und die vielen, von der Natur gleichförmig geschliffenen Steine sind wirklich beeindruckend, allerdings waren wir doch ein wenig enttäuscht und hatten uns „mehr“ von dem berühmten Ausflusgziel erwartet. Bei Benni konnte das vielleicht mit seinem zu dem Zeitpunkt noch sehr hohen Adrenalinspiegel zusammenhängen und mir waren einfach zu viele Touristen dort.

Von dort ging es über Bushmills (die Whiskey-Distillery hatte leider schon geschlossen) weiter nach Portrush, einem Ferienort mit einem schönen Strand.

Glücklich, müde, voller neuer Eindrücke und mit einer Menge Fotos im Gepäck machten wir uns dann auf den Heimweg quer durch Nordirland.

Ein Kommentar

Kommentare sind geschlossen.